(29.11.2011, 16:40) Der FarmVille- und MafiaWars-Anbieter steht nun kurz davor die virtuellen Bauernhöfe und Straßenschlachten in echtes Geld umzuwandeln und könnte bereits diesen Montag die Unterlagen für einen Milliarden-Börsengang einreichen.
Nach einigen Quellen ist es aber auch denkbar, dass sich der Börsengang kurzfristig verschiebt, da einige offene Fragen der US-Börsenaufsicht geklärt werden müssen. So sei etwa noch unklar, wie Zynga seine Online-Nutzer zähle und den Umsatz errechne. Dies wurde zumindest am Montag vom TV-Sender CNBC berichtet.
Zynga möchte mit dem Aktienverkauf 1 Milliarde, manchen Quellen zufolge 1,5 bis 2 Milliarden Dollar von Investoren einnehmen. Zählt man die Anteile hinzu, die bei den Altbesitzern verbleiben, ergibt sich ein Gesamtwert des Unternehmens von 15 bis 20 Milliarden Dollar – viel Geld, wenn man bedenkt, dass Zyngas Spiele an sich kostenlos sind. Geld macht das Start-Up in erster Linie mit Zusatzangeboten wie Landmaschinen oder Waffen, für die Teilnehmer bezahlen, um ihre Gewinnchancen zu steigern. Zum Vergleich: Die bereits etablierten Videospiele-Anbieter Electronic Arts und Activision Blizzard sind gemeinsam nur knapp 21 Milliarden Dollar wert.
Bei den Internetfirmen herrscht derzeit Goldgräberstimmung. Erst vor Kurzem ging das Karriere-Online-Netzwerk LinkedIn und das Internetradio Pandora and die Börse, deren Kurse anfangs stark gestiegen, bald aber ebenso deutlich wieder gefallen sind. Im Gegensatz zu LinkedIn und Pandora hat Zyng aber gute Chancen sich am Aktienmarkt langfristig zu bewähren.
Alleine im sozialen Netzwerk Facebook finden sich nach Zahlen des Marktforschungsinstituts AppData im Monat 271 Millionen Spieler von Zynga-Titeln. Am beliebtesten sind dabei die Spiele CityVille, gefolgt von Empires & Aliens, FarmVille und Texas Hold´Em Poker.
Der geplante Börsen-Marathon von Zynga wäre der vorläufige Höhepunkt einer rasanten Erfolgsgeschichte des Unternehmens – die allerdings durch Management- und Personalführungsprobleme getrübt wird.
Nach dem "Wall Street Journal" verhandelt Zynga zusätzlich mit Banken über einen Kredit von mindestens einer Milliarde Dollar zum Ausbau des Geschäfts. Dies wird auch, angesichts der starken Konkurrenz bei Online-Spielen, notwendig sein. Auch Electronic Arts kündigte bereits an, die virtuelle Welt des populären PC-Spiels "Die Sims" ebenfalls auf Facebook einzuführen.
Es wird sich zeigen, ob Zynga an der Börse Gewinne erzielen kann. Die Chancen dafür stehen aber nicht schlecht. Versagt Zynga jedoch, so ist gewiss, dass der Börsengang für jene Internet-Unternehmen erschwert wird, die Zyngas Beispiel folgen wollen.
