(8.11.2011, 20:45) Vorige Woche waren wieder die Gerüchte über einen Kauf von Orange Österreich durch 3 zu lesen. Ich habe in einem Kommentar auf das schlechte Netz von Orange verwiesen und das auch als einen Grund für Handlungsbedarf genannt. Das dürfte aber insofern nicht ganz stimmen, als es ja ein Abkommen zwischen T-Mobile und Orange gibt, die Netze gemeinsam zu nutzen. Orange könnte also sein schlechtes Netz durch T-Mobiles sehr gutes Netz entsprechend aufbessern und hätte von daher kaum dringende Investitionen zu tätigen.
Aber es gibt noch eine andere, internationalere Dimension. Die Netzzusammenarbeit wurde auf Ebene der internationalen Organisationen vereinbart. Nun verdichten sich Mutmaßungen, dass nach dem Verkauf von T-Mobile USA ein Zusammenschluss von T-Mobile und Orange auf internationaler Ebene geplant ist. Die beiden Unternehmen wurden sich von ihren territorialen Stärken her sehr gut ergänzen.
Für Orange Österreich hätte das aber wahrscheinlich recht negative Auswirkungen. Ein solcher Megadeal würde nämlich von der EU sehr genau und vor allem auch Land für Land im Detail geprüft werden. Wenn man an die Dauer der Prüfung beim Erwerb von tele.ring durch T-Mobile denkt, und an all die Auflagen, die zu erfüllen waren, ist es kaum vorstellbar, dass ein Zusammenschluss von T-Mobile und Orange in Österreich Gnade in den Augen der Wettbewerbshüter zu erwarten hätte. Ein Zusammenschluss käme auf über 50% Marktanteil in Österreich und ein erzwungener Verkauf des 35% Anteils von Orange an Orange Österreich, sowie ein Verbot der Namensnutzung wären mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Folge.
Und damit wäre der Mehrheitseigentümer, der Venture Fonds Mid European Partners, in einer noch schlechteren Lage als angesichts der Nichterreichung der Ziele und des schlechten Netzes. Nach diesem Szenario scheint ein Verkauf an 3 noch dringender geboten, als ich ursprünglich dachte.