(7.7.2011, 14:35) Videocalls und Videochat sind so etwas wie das Ungeheuer von Loch Ness. Sie tauchen kurz auf, verursachen ein Rauschen im (mittlerweile digitalen) Blätterwald und verschwinden dann wieder von der Bildfläche. Seit Jahrzehnten höre ich nun, dass jetzt aber wirklich die Zeit reif dafür sei.
Voriges Jahr war es Steve Jobs, der Facetime präsentierte. 2003 war es Nokia und 3, die uns Videocalls nahe bringen wollten, vor einer Woche Google mit dem Video-Chat Hangout und gestern Mark Zuckerberg mit Fype. Klar, wir probieren es alle einmal aus. Dann aber so gut wie nie wieder.
Die meisten von uns, also ich zumindest, sind meist nicht ready für einen Videochat. Entweder sitzt du gerade im Auto und kannst daher sowieso nicht hinschauen, bist gerade nicht passend gekleidet, musst auch während eines Gesprächs arbeiten oder willst nur schlicht in der Nase bohren. Daher - sorry, geht gerade nicht, lass uns normal reden.
Gestern erzählte John Bates, CEO von Skype, dass bereits rund 40% des Traffic von Videocalls herrühren. Was genau er damit meinte ist mir nicht ganz klar - wenn er die Datenmenge meint, dann machen Videocalls nur einen kleinen Bruchteil aus.
Videocalls machen sicher Sinn, etwa mit Verwandten oder Freunden, die man längere Zeit nicht gesehen hat oder die weit weg wohnen. Das war’s dann aber auch schon.
Dass sich Videocalls und Videochat nicht durchgesetzt haben und das auch in Zukunft nicht tun werden, hat nichts mit Technik zu tun, sondern mit unserem Verhalten. Und das wird auch Fype nicht grundlegend ändern.