Vertritt Patentexperte Florian Müller gegen Bezahlung Microsofts Interessen?

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Vertritt Patentexperte Florian Müller gegen Bezahlung Microsofts Interessen?

 

Gegen den viel zitierten Münchner Patentexperten Florian Müller sind nun massive Vorwürfe aufgetaucht, er sei nicht neutral und unparteiisch.

 

(18.10.2011, 16:05) Seit einigen Monaten schwelt der Streit um Patente zwischen den Schwergewichten der Mobilfunkindustrie. International und auch bei uns nimmt die Berichterstattung darüber immer mehr Raum ein. Und es gibt fast keinen Artikel mehr vom Wall Street Journal abwärts in dem nicht der fleißige FOSS-Patents-Blogger und früher Anti-Software-Patent Aktivist Florian Müller zitiert wird.

Müller gab vor kurzem bekannt, dass er für Microsoft eine Studie über die so genannten „FRAND“-Patente machen werde, und er bat gleichzeitig um Input dazu von seinen Lesern. Matt Cutts, der sich selbst als Software Engineer bei Google bezeichnet, hat nun mit einem Posting auf Google+ eine regelrechte Anti-Müller Lawine losgetreten. Er verlinkte den Blogeintrag von Müller und erwähnte nur, dass Müller eine Anti-Google Haltung einnehme. In den Kommentaren, wurde aber dann massivste Kritik an Müller geübt. Er nehme völlig einseitig gegen Google und Android Stellung, seine Analysen seien Meinung und er sei bezahlt für das was er schreibe.

In der Zwischenzeit hat sich auch auf Twitter ein regelrechter Shitstorm gegen Müller entfacht, der darauf extrem dünnhäutig reagiert. So zieht er etwa gegen den international renommierten Blogger Sascha Pallenberg in einem Mail an diesen ziemlich tief unter der Gürtellinie vom Leder:

Keine Bedenken, Dich vollends lächerlich zu machen?
Du hast in einem einzigen Google+ Thread mehrfach behauptet, Dinge wären nicht in meinem Blog erwähnt worden, die durchaus drin standen — das mit dem workaround um die niederländische Verfügung (die eine Verfügung war, egal wie uninformiert Du bist — vielleicht große Fresse, aber ganz sicher keine Ahnung) sogar ZWEIMAL. Deine Lesekompetenz weist Dich offensichtlich als PISA-Geschädigten aus. … Deine Auftraggeber, wer auch immer sie sein mögen, tun mir jedenfalls leid. Deine Kommentare in dem Google+ Thread sind Dampfplauderei auf niedrigstem Niveau. Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, wir hätten irgendetwas außer der Staatsangehörigkeit gemeinsam.

 

Müller ist mittlerweile zur unhinterfragten, internationalen Autorität in Sachen Patentstreit zwischen Oracle, Google, Apple, Samsung etc geworden. Und er macht gehörig Meinung, da er eben überall zitiert wird. Er streut um sich unverdächtiger zu machen manchmal ein, dass er selbst ein Samsung Galaxy S2 besitze und hin und wieder rutscht ein Satz dazwischen, dass ein Patent eigentlich ungerechtfertigt vergeben worden sei, wie etwa die Patente von Apple.

Seine Blogs beschäftigen sich in der Zwischenzeit aber zu 99% damit, warum Apple oder Microsoft siegen werden und warum deren Argumente besser sind als die der jeweiligen Kontrahenten. Auf die Patente einzugehen, die der frühere Aktivist gegen Sotwarepatente wahrscheinlich in der Luft zerrissen hätte, unterlässt er nun schon seit einiger Zeit geflissentlich.

In den Kommentaren zu Matt Cutts Posting wird auch darauf verwiesen, dass er im Gegensatz etwa zu Groklaw keine Links mehr zu den Originalen setzt, sondern allenfalls auf Scribd Auszüge der Gerichtsdokumente postet. Groklaw dagegen zeigt auf und verlinkt auch auf die Originaldokumente, dass Google in Eingaben auf „prior art“ zu Oracles Patenten verweist, was bei Müller aber nicht mehr vorkommt.

Müller ist auch in scharfem Gegensatz zu seinen früheren Überzeugungen jüngst immer mehr dazu übergegangen, Software Patente als gut und wichtig zu bezeichnen und meint, jeder sollte mit Microsoft Patente abschließen. Dabei steht das Akronym FOSS für Free Open Source Software – damit hat der Münchner Florian Müller jedenfalls nichts mehr am Hut.

( )

Reaktionen auf diesen Artikel



Kurt, 27.10.2011
Selbsternannte Spezialisten..
.. , die Meinungen posten und als einzige Wahrheit darstellen, sind mir zutiefst zuwider.
Gescheit bin ich selber, da brauchts nicht einen zweitklassigen Journalisten, der mir die Welt erklären möchte.

Gegen Softwarepatente!
Kurt

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