(18. 01. 2012; 14:30) Seit mittlerweile drei Jahren kursiert in sozialen Netzwerken, besonders auf Facebook, die Schadsoftware Koobface. Durch Links auf angeblich witzige Videos wurde der Trojaner in Umlauf gebracht. Sobald der Nutzer auf das Video klickte, kam die Aufforderung die Software zum Abspielen des Videos zu aktualisieren.
Anstatt eines Updates bekam der Nutzer einen gut versteckten Trojaner auf seinen Rechner. Die Schadsoftware konnte den Computer auch blockieren, da Koobface auch als Scareware eingesetzt werden konnte. Das bedeutet, dass der Computer die Mitteilung bekommt, schadhafte Software installiert zu haben und sich als Konsequenz dessen, selbst blockiert. Zudem kam es dazu, dass der Trojaner im Internet gestartete Suchanfragen manipuliert und den Nutzer auf falsche Webseiten umleitet.
Verantwortlich für die Entwicklung und Verbreitung von Koobface zeigen sich fünf Männer aus Russland. Der Name des Trojaners ist an Facebook angelehnt und bildet in gewisser Weise ein Anagramm dazu. Man vermutet, dass das Quintett in den letzten Jahren über 8 Millionen Dollar mit der Malware verdient haben sollen.
Von Facebook und einem Sicherheitsexperten wurden die Männer bereits vor längerer Zeit enttarnt. Man übergab sämtliche Informationen der Polizei, dem FBI und sogar auch dem SWR (Südwestrundfunk) weiterleitete.
Nach Aussagen des Sicherheitsexperten wären die Betrüger leicht ausfindig zu machen gewesen, da sie sehr öffentlich agierten. So stellten sie Fotos von sich aus Monte Carlo, Bali oder ähnlichen Urlaubsdomizilen online und zeigten sich auch sehr mitteilsam von wo aus gearbeitet wird und wann, wer, wo anzutreffen sei.
Nach Übermittlung aller Daten bat das FBI um Stillschweigen. Bis jetzt gibt es noch keine Stellungnahme des FBI, warum man etwas dagegen hatte, dass publik wird, wer hinter Koobface steckt und warum nichts dagegen unternommen wurde.