(03.01.2012; 13:05) Intel Corp. arbeitet laut Wall Street Journal fieberhaft daran den Personal Computer neu zu definieren, dieser Prozess befindet sich im Moment in einer entscheidenden Phase. Das Unternehmen versucht eine neue Art des Computers zu definieren.
Eine Vielzahl von Unternehmen wird die in der kommenden Woche stattfindete Consumer Electronics Show in Las Vegas nutzen um eine neue Kategorie von PCs mit dem Namen Ultrabooks vorzustellen. Dieser Begriff wurde vom Chip-Giganten Intel als Teil der Bemühungen, den Kunden neue begehrenswerte Produkte zu präsentieren, geprägt. Es wird erwartet, dass von vielen Herstellern neue dünne Laptops vorgestellt werden - dazu gehören Dell, Lenovo sowie Acer. Die Produkte dieser Firmen folgen Produktneuheiten mit der Bezeichnung Ultrabook von anderen Unternehmen wie Samsung, Hewlett-Packard, Toshiba und Ausustek Computer.
Mobile Geräte leichter und kleiner zu machen, ist keine neue Idee. Die meisten dieser sogenannten Ultrabooks wurden vor allem vom unverwechselbaren MacBook Air von Apple inspiriert. Die Unternehmen erhoffen sich mit stylischen Designs Produkte mit einem Premium-Preisniveau zu schaffen. Ultrabooks kosten im Moment zwischen 899 Dollar und 1400 Dollar, aber Hardware-Unternehmen erwarten sich in Kürze verbraucherfreundlichere Preis von 699 Dollar oder weniger. Neben dem MacBook Air wurden die Ultrabooks auch vom Apple iPad-Tablet inspiriert. Aus diesem Grund fahren diese Geräte schneller hoch und verfügen über eine längere Akku-Laufzeit als herkömmliche Notebooks. Investoren erhoffen sich, dass diese neuen Ultrabooks in Zukunft auch über Touchscreens verfügen werden.
Die Investitionen für viele Unternehmen, aber insbesondere für Intel und Microsoft, in diesen Bereich sind hoch. Beide Unternehmen sind die marktbeherrschenden PC-Anbieter deren Wachstumsraten gedämpft wurden, als die Nachfrage für andere Arten von mobilen Geräten gestiegen ist. Es wird erwartet, dass der Verkauf von Tablets weltweit 2012 um 63% auf 103 Millionenen Einheiten anwachsen soll, dies wurde von Gartner prognostiziert. Zum Vergleich sollen die PC-Auslieferungen 2012 nur um 4,5% auf 370 Millionen Einheiten zulegen.
Apple beweist weiterhin, dass attraktives Design einen großen Einfluss haben kann, denn das Unternehmen veröffentlichte, dass im dritten Quartal der Absatz im Bereich der Macintosh-PCs um 26% gestiegen ist. Das Unternehmen verzeichnete vor allem einen Rekordanstieg aufgrund der steigenden Nachfrage nach dem MacBook Air. Der tragbare Mac wurde erstmals 2008 mit einem Einstiegspreis von 1.799 Dollar angeboten und wurde bis Ende 2010 immer beliebter bei den Kunden, damals war der Preis 999 Dollar. Laut eines Analysten des Marktforschungsinstituts Creative Strategies haben PC-Entwickler aufgrund der MacBook Air Einführung erkannt, was sich die Verbraucher von einem tragbaren Computer erwarten.
Als Antwort auf diese Entwicklung startete Intel Ende Mai auf der Taiwan Trade Show seine Ultrabook Initiative. Es wurde ein 300 Millionen Dollar Venture-Kapital-Fond gestartet um Technologie Unternehmen zu unterstützen. Gleichzeitig wurden auch die Werbe- sowie PR-Unterstützung für PC-Hersteller gesteigert um das Interesse und somit auch die Nachfrage an Ultrabooks zu erhöhen. Der Chiphersteller erwartet sich, dass die attraktive Größe sowie die Ausstattung der Ultrabooks den Notebook-Markt verändern werden. Diese Veränderung soll durch die Einführung von aufeinander folgenden Generationen von Chips gestärkt werden, mit denen die Lebensdauer der Batterie erhöht werden kann. Nicht viele Ultrabooks sind so dünn, wie das MacBook Air, trotzdem erwartet sich Intel, dass diese Dimensionen schnell schrumpfen werden.
Intel prognostiziert, dass 40% der portablen PC-Verkäufe im Verbrauchersegment 2012 auf Ultrabooks entfallen werden. Einige Marktforscher hingegen erwarten sich einen langsameren Übergang, so meinte IHS iSuppli, dass die 40% Marke erst 2015 überschritten werden soll. Hersteller erwarten sich ein anderes Ergebnis als beim letzten Mal als Intel versuchte, eine neue tragbare Kategorie, die Netbooks, zu fördern. Die kleinen Laptops, die mit 300 Dollar angepriesen wurden, starteten 2008 schnell durch, doch danach verlangsamte sich das Wachstum sehr schnell. Diese Entwicklung wurde darauf zurückgeführt, dass diese Netbooks für viele Computeraufgaben nicht die erforderliche Rechenleistung aufbringen können. Das iPad sowie andere Tablets haben sich als attraktive Alternative für einfache Aufgaben wie dem Surfen im Web erwiesen.
Ultrabooks zum Vergleich sind mit Intel-Mikroprozessen ausgestattet und verfügen über eine schnelle Reaktionszeit. Acer gibt zum Beispiel an, dass sein Aspire S3 Ultrabook, welches mit 899 Dollar angepriesen wird, über ein Feature verfügt, mit dem der User seine Sitzung in weniger als 2 Sekunden unterbrechen kann. Dieses Gerät soll sich angeblich mit dem Internet innerhalb von 2,5 Sekunden verbinden. Laut Acer soll das Gerät über eine Akkulaufzeit im Standby-Modus von 50 Stunden verfügen und bei ununterbrochener Nutzung soll das Gerät sechs Stunden mit dem Akku betrieben werden können.
HP, der weltweit größte Personal-Computer-Hersteller, stellte im November sein Ultrabook "Folio 13" vor. Die Höhe diese Ultrabooks kommt laut Unternehmen der Hälfte eines Groschens gleich, die Lebensdauer des Akkus soll 9 Stunden betragen und das Gerät soll im Handel etwas 900 Dollar kosten. Führungskräfte und Analysten von Marktforschungsunternehmen sind der Meinung, dass niedrige Preise von entscheidender Bedeutung für dieses Marktsegment werden. Ein Hindernis für niedrige Preise sind Flash-Speicher, denn diese sind eine kostspielige Alternative zur Disk-basierten Datenspeicherung, auch wenn die Preise für Chips laufend sinken.
Intel prognostiziert, dass 10 oder 11 Ultrabook Modelle wahrscheinlich zum Jahresende 2011 ausgeliefert werden und das 60 weitere Designs darauf warten 2012 veröffentlich zu werden. Das Unternehmen veranstaltet am 9. Jänner, dem Tag vor der offiziellen Eröffnung der Consumer Electronics Show, eine Pressekonferenz und wird auf dieser vermutlich neue Ultrabooks sowie Marketingpläne präsentieren.
Es wirkt etwas schwer vorstellbar, dass ein dünnes Design dabei helfen wird, dass der Verbraucher Ultrabooks als neue Produktkategorie annimmt. Die Verbraucher könnten von den Herstellern dadurch verwirrt werden, dass diese ähnlich aussehende Laptops veröffentlichen, ohne sie mit dem Namen Ultrabook zu versehen. Advanced Micro Devices neigt dazu, die Formulierung "ultrathin notebooks" zu verwenden, denn der Ultrabook Begriff ist eine Verkaufsmarke von Intel und erfordert den Einsatz ihrer Chips, wenn das Gerät diesen Namen tragen soll.
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