(23.10.2010, 17:37) Nach neuesten Daten hat Facebook in Österreich knapp über 2 Millionen User, Twitter hingegen nur mickrige 30.000. Interessant dabei ist, dass Facebook jüngst Rückgänge zu verzeichnen hatte.
Marc Zuckerberg, CEO von Facebook, hat den Terminus des Social Graph geprägt, ein Begriff der nun so stark mit Facebook verbunden ist, dass Facebook und „Social“ schon als Synonyme gelten. Aber der Begriff hat eine unzulässige Einschränkung erfahren, indem er nämlich auf FreundInnen reduziert wird, oder auf Leute, die man kennt.
Social und Interest Graph
Soziales Verhalten schließt aber durchaus auch die Dimension des Interesses ein – eine Art von Social Interest Graph. Und in dieser Disziplin ist meiner Ansicht nach Twitter eindeutig führend. Denn Follower in Twitter wird man bei Twitterern (Personen oder Organisationen), die Inhalte produzieren, für die man sich interessiert.
Natürlich hat auch Facebook einen Interest Graph zu bieten. Vor allem in den Gruppen und Seiten geht es um Interessen und Inhalte. Was dort passiert entspricht weitgehend dem, was den Kern von Twitter ausmacht: Informationen oder Meinungen werden gepostet und diese Erscheinen im Newsfeed.
Vergleicht man die Gruppen von Facebook mit Twitter, so gibt es vor allem zwei Unterschiede: Der Newsflow in Twitter ist um einiges intensiver und der Wert der Informationen um einiges höher.
Bei Facebook gibt es also zwei Graphen: einen reinen Social Graph – die privaten Äußerungen von Freunden, die man wirklich kennt – und den Interest Graph – Gruppen, Seiten und einige User, die sachliche Informationen bieten. Bei Twitter fehlt der reine Social Graph weitgehend, nur wenige Twitterer geben überwiegend private Äußerungen von sich.
Interesse, Freunde und Fremde
Hat man sich in Twitter seine zu Folgenden einmal aufgebaut können diese leicht erweitert werden. Twitter unterstützt die Suche nach Inhalten querbeet auch bei völlig Fremden – im Gegensatz zu Facebook. Auch ich habe im Zuge von Suchen nach bestimmten Topics die Zahl der Personen oder Institutionen ausgeweitet, denen ich folge. Themenzentriertes twittern ist sehr üblich, so dass ich weitere Tweets zu den mich interessierenden Themen erwarten kann. Und in Twitter ist es auch üblich, dass laufend Tweets gepostet werden.
Bei Facebook stößt man hingegen eher zufällig auf Gruppen oder wird eingeladen. Themenorientiert zu suchen ist nicht möglich. Postings auf in Gruppen oder auf Seiten müssen mit Bedacht vorgenommen werden, ein zu häufiges posten wird als Spam wahrgenommen, ist deshalb unüblich und unerwünscht.
Unter dem Strich ist Twitter eine sprudelnde Quelle für hochwertige Information. Ich persönlich verwende es deshalb schon seit einiger Zeit weit intensiver als Facebook.
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