(24.01.2012; 16:00) Die neue Self-Service-Werbeplattform von Twitter ist seit wenigen Monaten in der Beta-Version in Betrieb. Am Montag verkündete das soziale Netzwerk den Kauf des Spam- und Malware-Schutz-Services Dasient um seine Dienste besser vor solchen Angriffen zu schützen. Laut Rachael Horwitz, besitzt das Unternehmen ein tiefes Verständnis für Sicherheitsprobleme bei Werbeplattformen.
Für die Erweiterung seiner Werbe-Produkte kann dieser Service sehr wertvoll sein. Twitter stellte seinen neuen Werbe-Service im November 2011 einer Handvoll Werbetreibenden vor. Die Self-Serve-Plattform erlaubt den Werbetreibenden Anzeigen zu verkaufen, ohne einen Vertriebsmitarbeiter benötigen zu müssen. Jeder, der eine Kreditkarte besitzt und den Wunsch hat, die Bekanntheit von "Promoted Products" zu steigern, kann diesen Service nutzen. Allerdings steht dieser Service im Moment der Öffentlichkeit noch nicht zur Verfügung.
Werbeeinnahmen
Twitter hat sich langsam in den Sektor von bezahlter Werbung hinein bewegt. Der erste Schritt wurde mit "Promoted Tweets" 2010 gesetzt. Self-Serve-Anzeigen können zu einem riesigen Generator für Gewinne werden. Die Umsätze die Google und Facebook mit ihren Self-Serve-Werbeanzeigen erwirtschaftet haben, haben die Gewinne der beiden Unternehmen in die Höhe schnellen lassen. Twitter hat bewiesen, dass mit Werbung über die Webseite Geld erwirtschaftet werden kann. Das soziale Netzwerk hat sich von den Warnungen, dass die Werbung die User aufregen werden, nicht zurückschrecken lassen. Dies ist gut, denn Twitter generiert heute einen Großteil seines Gewinns aus Werbeeinnahmen.
Das soziale Netzwerk veröffentlicht seine Gewinne nicht. Marktforscher und Statistikunternehmen wie eMarketer haben prognostiziert, dass der Umsatz aus Werbeeinnahmen für Twitter bis 2013 auf 339,5 Millionen Dollar anwachsen wird. Es handelt sich dabei um 12% des Umsatzes den Twitter weltweit generiert. Noch 2010 prognostizierte eMarketer, dass die Umsätze aus Werbeeinnahmen von Twitter bis auf 45 Millionen Dollar ansteigen werden.
Sicherheitsprobleme
Malware-Bedrohungen sind für Twitter keine Neuheit. In der Vergangenheit war das soziale Netzwerk mit einer Reihe von Sicherheitsproblemen konfrontiert. Nachdem 2010 55 Twitter-Accounts von berühmten Persönlichkeiten gehackt worden sind, entschied die Federal Trade Commission (FTC), dass Twitter einer halbjährlichen Sicherheitsprüfung unterzogen wird. Unter den gehackten Konten waren die Accounts von Barack Obama, Britney Spears sowie Facebook zu finden.
Spammer haben sich den Vorteil von Twitter Trend-Themen zu erzeugen genutzt, um eine große Menge von Menschen zu erreichen. Mit dem Wachstum von Twitter sind auch die Möglichkeiten der Hacker, die Seite anzugreifen, gewachsen. Der Schutz der User vor potenziellen Spam- und Malware-Attacken ist für das Image und die Reputation des Unternehmens wichtig. Besonders da Webseiten, die mit Malware überrannt werden, von Suchmaschinen auf die schwarze Liste gesetzt werden.
Der Schutz vor Malware
Dasient wurde von ehemaligen Google Mitarbeiten gegründet und erhielt Google Ventures Investitionsgelder. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Sunnyvale, Kalifornien. Dasient startete 2010 einen "Anti-Malvertising" Service und ist im Bereich der Sicherheit für Werbeanzeigen aktiv. Horwitz erklärte, dass die Gründer eine Technologie entwickelt haben, die als Service eine Netzwerksicherheit sowie Malware Prevention für die größten Werbenetzwerke der Welt ermöglichen.
Das Unternehmen besitzt ein ausgezeichnetes Verständnis von Werbeplattformen in Zusammenhang mit Fragen der Sicherheit und ist somit eine wertvolle Ergänzung des Twitter Engineerings Teams für Einnahmen. Mit dem Kauf dieses Service versucht Twitter seine User zu schützen und seine eigene Self-Serve-Werbeplattform gegenüber der Konkurrenz besser zu positionieren.
