Test: Canon HD Legria HFR18

 
Fotocredit: Canon
 

Die Canon Legria HFR18 enttäuscht aufgrund komplexer Registrierung und benutzerunfreundlicher Bearbeitung. Die Aufnahmen selbst sind durchaus ansprechend.

(Wien, 22.07.2010) Sie sieht aus wie ein ganz normaler HD-Camcorder, doch hinter der mattschwarzen Fassade hält die Legria HFR18 von Canon eine Reihe böser Überraschungen bereit. Der geplante Testnachmittag entwickelte sich zum einwöchigen Ärgernis, das mit dem Besuch eines Canon-Technikers im Redaktionsbüro sein Ende fand. Pluspunkte kann die HFR18 puncto Bildqualität und Bedienung sammeln.

 

Bedienung

Der AVCHD-Camcorder Canon Legria HFR18 liegt mit den Maßen 60 x 64 x 124 Millimeter gut in der Hand. Im Inneren des 270 Gramm leichten Geräts steckt ein 32-GB-Flash-Speicher. Zusätzlich kann auf die SDHC-Karte gewechselt werden. Die Aufnahme reicht bis zu 12 Stunden. Das Aufladen des Akkus dauert etwa zwei Stunden – geladen wird nur, wenn der Camcorder ausgeschaltet ist. Links auf dem schwenkbaren 6,9-Zentimeter-LCD-Display (2,7 Zoll) befindet sich ein Joystick-Button, der verschiedene Einstellungen verwaltet: unter anderem ob es eine Foto- oder Video-Aufnahme wird oder auf welchem Speicher die Inhalte gespeichert werden.

 

Bildqualität

An der Bildqualität kann man nicht meckern, die ist einwandfrei. Die Legria HFR18 löst mit bis zu 1920 x 1080 Pixel (Videoaufnahme) und für Fotos kann der Anwender zusätzlich zwischen 1600 x 1200 und 640 x 480 Pixel wählen. Zu den besonderen Features zählen der große 20-fache optische und der 400-fache digitale Zoom.  

 

Bearbeitung

Bei der mitgelieferten Software hat Canon jedoch seinen Schwerpunkt nicht gerade Benutzerfreundlichkeit gelegt. Im Paket sind eine CD mit digitalem Handbuch sowie zwei PIXELA-Anwendungs-CDs enthalten. Auf der ersten PIXELA-CD ist das Video-Transfer-Programm für die Übertragung der Daten auf den PC, die zweite ist die Bildbearbeitungssoftware. Und da geht der Frust los, denn der anwenderfreundliche Windows MovieMaker kann die MTS-Formate nicht lesen. Stattdessen ist der User auf ImageMixer angewiesen, auf dem die Bildbearbeitung komplizierter ist. In der Software enthalten sind einige Features, die zwar Standard, aber doch nützlich sind: Lautstärke des Videos anpassen, eigene Audio-Inhalte hinzufügen, Text und Titel hinzufügen oder Schneiden und Verbinden von Videos. Beim Schneiden ergibt sich ein weiteres Ärgernis: Der Imagemixer enthält in seinen Bearbeitungseinstellungen keine Möglichkeit, die Übergänge zwischen den einzelnen Aufnahmen zu gestalten.

Mit Mac-Betriebssystemen ist PIXELA übrigens nicht kompatibel. Apple-User müssen auf iMovie oder ein anderes Bearbeitungsprogramm zugreifen, um Fotos/Videos zu bearbeiten.

 

Firewall blockt Registrierung

Das größte, weil unüberwindbare Problem stellte die Registrierung der Legria HFR18 dar. Da ein Drittanbieter diesen Bereich verantwortet, muss die Zertifizierungsnummer des Geräts nach der Eingabe via Internet übermittelt werden. Nachdem die Firewall der Telekom Presse Redaktion die Zertifizierungsnummer abblockte, mussten wir in der deutschen Zentrale einen Code anfragen. Der Rat des Canon-Technikers, die Firewall auszuschalten, kommt in Unternehmen natürlich nicht in Frage.

 

Fazit

Angesichts einwandfreier Bildqualität und benutzerfreundlicher Menüführung sind Hobbyfilmer mit der Canon Legria HFR18 ganz gut beraten. Problematisch wird es für Konsumenten, wenn es an die Bildbearbeitung geht. Das Format MTS ist von userfreundlichen Programmen wie MovieMaker nicht lesbar und selbst die Registrierung des Camcorders verläuft aufgrund der Firewall alles andere als reibungslos. Kurzum: eine Herausforderung.

 

Preis: UVP 447 Euro

 

Hier geht’s zum Hersteller.

 

+ Bildqualität

– Registrierung

– Bearbeitung

 

Bewertung:

Bedienung: ****

Design: ***

Funktionalität: ***

 

 

Technische Details

Anschlüsse: USB 2.0, Fotodirektdruck, AV-Ausgang, Komponenten-Ausgang, HDMI-Ausgang

Maße: 60 x 64 x 124 Millimeter

Gewicht: 270 Gramm

Belichtungsautomatik: Smart Auto, Automatisch, Programmautomatik (P), Av, Tv, CINE, Porträt, Sport, Schnee, Strand, Sonnenuntergang, Nachtaufnahme, Low Light, Spotlight, Feuerwerk

Auflösung: Full HD 1920 x 1080 Pixel (Video)

1600 x 1200 und 640 x 480 Pixel (Audio)

Interner Speicher: 32 GB

Optischer Zoom: 20-fach

Digitaler Zoom: 400-fach

Max. Brennweite: 804 mm

 

Lieferumfang

Akku

Kompakt-Netzgerät

Stereo-Videokabel

Component-Kabel

USB-Kabel

3 Software-CD-ROMs

 

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