(1.2.2012, 15:25) “Der Hauptkostentreiber ist der Tiefbau. Sowohl wir als auch die Versorger verfügen über Infrastruktur wie Kanäle. Da lassen sich Synergien nutzen”, erläutert Verena Grundke, Projektleiterin “Mehr Glasfaser für Deutschland” bei der Telekom.
Ein Modell für die Zusammenarbeit ist, dass ein Stadtwerk das Glasfasernetz baut und die Telekom es betreibt. Dabei errichtet der Versorger die passive Netzinfrastruktur. Die Telekom mietet das Netz langfristig, bindet es an das Kernnetz an und stellt Endkundenprodukte und Vorleistungsprodukte für andere Carrier bereit. Vorstellbar wäre zukünftig auch ein Joint Venture, bei dem die Telekom gemeinsam mit Stadtwerken oder Kommunen das Netz errichtet.
“Ziel ist es, für möglichst viele Wohnungen Glasfaseranschlüsse zu realisieren”, so Andreas Lischka, Programmleiter Glasfaserausbau der Telekom. Die Telekom setzt dabei auf Glasfaserverbindungen bis in die Wohnungen (Fibre to the Home, FTTH). Voraussetzung dafür ist allerdings, dass im geplanten Ausbaugebiet für mindestens 80 Prozent der Wohnungen Eigentümererklärungen der Hausbesitzer vorliegen und diese mit dem Anschluss der Immobilie einverstanden sind. Zudem ist erforderlich, dass mindestens zehn Prozent der Kunden Vorbestellungen für die schnellen Internetanschlüsse abgeben.
Der Vorteil der Glasfaseranschlüsse liegt darin, dass sie deutlich höhere Übertragungsraten ermöglichen. Glasfaser bietet die ideale Basis für zukünftige Dienste und Anwendungen wie Telemedizin, Gebäudeautomation privater Wohnhäuser (Lichtsteuerung, Alarmanlagen, Heizungs- und Jalousien-/Rollladen-Steuerungen etc.), Online-Fortbildungen (E-Learning) und die elektronische Übermittlung des Stromverbrauchs (Smart Metering).
Auch Arbeiten via Home Office oder Videokonferenzen werden mit Glasfaser-Anbindung noch schneller und einfacher. Außerdem sind Glasfasern im Vergleich zu Kupferkabeln widerstandsfähiger gegen Störungen und altern nicht. Lischka: “Eine Immobilie mit Glasfaser ist für die Zukunft bestens gerüstet. Sie lässt sich einfacher vermieten oder verkaufen. Der Glasfaser-Anschluss ist eine Infrastruktur-Entscheidung für die nächsten 40 bis 50 Jahre.”