(22.12.2011; 16:00) Die Welt wird im Moment immer deprimierter oder vielleicht sind nur die Twitter-Nutzer weniger glücklich als der durchschnittliche Mensch. Zu dieser Erkenntnis kommt eine neue Forschung, die Milliarden Tweets der letzten 33 Monate ausgewertet hat. Das zentrale Ergebnis dieser Studie ist, dass das Glücklich sein im abnehmen ist.
Eine Forschungsarbeit der Universität von Vermont befasst sich mit 46 Milliarden Wörtern, die in nahezu 4,6 Milliarden Tweets zwischen September 2008 und September 2011 veröffentlicht wurden. Das Forschungsinteresse war auf die Formulierung der Tweets gerichtet, ob diese positiv oder negativ verfasst wurden. Es wurden mehr als 10.000 der am häufigsten gebrauchten englischen Wörter in der Studie untersucht.
Die Worte wurden auf einer Skala von 1 bis 9 eingeordnet. Die Wörter erhielten eine höhere Bewertung, wenn sie über einen größeren Grad an Glück verfügten. So erhielt Lachen einen Wert von 8,5, Essen bekam 7,44, während Wörter wie Eitelkeit, Gier und Terror am unteren Ende der Skala zu finden waren, alle diese Wörter erhielten Werte zwischen 1 und 4. Bei der Analyse des Glück-Quotienten der Tweets haben die Forscher festgestellt, dass sich das Glücklich sein im Rückgang befindet.
Besonders seit 2009 wird ein stetiger Rückgang der glücklichen Worte auf Twitter verzeichnet und gleichzeitig haben die negativen Wörter enorm zugenommen. Am stärksten war der Rückgang zu Beginn 2011. Die Forscher konnten keine Anzeichen dafür finden, dass dieser Abwärtstrend sich irgendwann ändert.
Ein weiteres Ergebnis dieser Studie ist, dass spezielle Ereignisse einen stärkeren Abfall des Glücks auf Twitter herbeiführen als andere. Die meisten unglücklichen Worte wurden auf Twitter nach dem Tod von Osama bin Laden verzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt erlebten die Worte "Tod" und "getötet" einen enormen Anstieg. Weitere Ereignisse die zu einer negativen Stimmung auf Twitter führten, waren das Erdbeben in Chile im Februar 2010 und das Erdbeben in Japan im März 2011. Nachrichten über die Bankenrettung in den USA oder die Schweinegrippe führten auch nicht zu einer positiven Stimmung.
Ein erwartetes Ergebnis der Forscher war, dass die glücklichsten Tage auf Twitter zu Weihnachten und Silvester sind, ebenso werden Wochenenden sehr glücklich im sozialen Netzwerk verbracht. Diese Ereignisse führten zu einer vorübergehenden Anstieg von glücklichen Worten. Interessanterweise war der glücklichste Tag während der Studie überhaupt der 29. April 2011 als Prinz William und Kate Middleton geheiratet haben.
Die Forscher haben zwischen Reaktionen der Menschen auf Twitter und ihrer allgemeinen Zufriedenheit unterschieden. Es lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass negative Ereignisse zu negativen Reaktionen führen, diese aber nicht ihren eigentlichen Gemütszustand extrem verändern. Ebenso gilt, dass eine königliche Hochzeit die Menschen langfristig nicht glücklicher macht, es handelt sich mehr um spontane Emotionen.
Welches Ergebnis hat diese Forschung nun gebracht, einerseits dass die Tweets immer negativer geworden ist, aber anderseits diese negativen Emotionen nicht Zeugnis dafür sind, dass die Menschen immer deprimierter werden. Diese Studie hat gezeigt, dass Menschen Anteil an der Welt nehmen und dass diese durchaus emotional, trotzdem zu sagen, dass die Welt oder Twitter immer negativer wird, kommt mir doch etwas weit hergeholt vor.