(Wien, 20.1.2010) Der große organisatorische Schweinzyklus geht so: Berater empfehlen neue Teilbereiche mit Wachstumschancen als unabhängige Einheiten zu etablieren. Bei der nächsten, von den Beratern veranstalteten, großen Konferenz für Investoren, werden die Firmen als kaufenswert empfohlen, die den Schritt schon vollzogen haben. Also, wäre jeder bonusbeziehende Vorstand blöd, dem Rat der Berater nicht zu folgen.
Sobald alle den Schritt zur Zerteilung der Unternehmen gefolgt sind, empfehlen die Berater die Zusammenlegung, sowie bei der nächsten Investorenkonferenz den Invest in zusammengelegte Firmen. Und weil Vorstände nicht Feinde ihrer eigenen Boni sind, wird zusammengelegt.
Beim Zusammenlegen hebt man natürlich Synergien, sprich: Personal wird abgebaut. Deshalb ist das Dementi der TA (siehe), das dem Bericht im Format und dem der Telekom Presse folgte, dass kein Personalabbau abgesehen von der Verschiebung von 500 Beamten zur Polizei erfolgen werde, nicht wirklich glaubwürdig.
Bezeichnend auch der Verweis in dem Dementi „im westeuropäischen Telekommunikations-Markt haben die meisten Anbieter ihre Festnetz- und Mobilfunk-Aktivitäten bereits fusioniert“. Ein guter Grund – siehe oben.
Aber jetzt mal abgesehen von den Gesetzmäßigkeiten des Schweinezyklus. Die Mobilkom wurde als selbständige Firma gegründet, als die Telekommunikation noch gemeinsam mit der Post eine Sektion des Verkehrsministeriums war. Ohne diese Ausgliederung hätte die Entwicklung eines modernen Mobilfunkbetreibers, wie das die Mobilkom schon seit langem ist, niemals funktioniert.
Und heute macht die Hebung von Synergien angesichts des heftig umkämpften Mobilfunkmarktes in Österreich durchaus Sinn. Aber – und das ist möglicherweise ein Problem – der Markt ist noch immer von rasanter technologischer Entwicklung geprägt, Stichwort LTE, und Mobilfunk und Festnetz stehen nach wie vor in heftiger Konkurrenz. Daher wird die Firmenstruktur der TA wahrscheinlich dem Schweinezyklus folgen.
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