Polizei setzt Facebook für Fahndungen ein

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Polizei setzt Facebook für Fahndungen ein

 

Facebook als Fahndungsinstrument: Datenschutzbedenken stehen Fahndungserfolgen gegenüber. In Hannover wird in einem Mordfall erstmals über das soziale Netzwerk nach dem Täter gesucht. Es gibt bereits bundesweit Überlegungen soziale Medien für die Verbrecherjagd zu nutzen.

 

(30.12.2011, 12:00) Seit März 2011 ist die Polizei Hannover auf Facebook präsent und setzt die Plattform nun erstmals dazu ein, nach einem Täter, der des Mordes beschuldigt wird, zu fahnden. Der Polizeisprecher Stefan Wittke gab am Donnerstag bekannt, dass er auf eine Fortsetzung des Pilotprojektes hofft.

 

Mit „Liebe Facebook-Gemeinde“ werden die Kontakte der Polizei Hannover angesprochen und über Kriminalfälle informiert. Auf der Seite wird um aktive Mithilfe gebeten, indem man Zeugenhinweise oder Meldungen der Polizei teilen soll. Auch wird darauf hingewiesen, dass Strafanzeigen oder Notrufe nicht über Facebook angenommen werden können. Einstweilen handelt es sich noch um einen ersten Versuch, mit dem man herausfinden möchte, inwieweit die polizeiliche Arbeit durch die neuen Medien sinnvoll ergänzt werden kann.

 

 (Beispiel eines Fahndungsaufrufs)

 

 

Es gibt aber bereits bundesweite Überlegungen, dass Online-Netzwerk für die Verbrecherjagd zu nutzen. Zwar möchte man zunächst abwarten, welche Erfahrungen speziell in Hannover gesammelt werden, bis man die Online-Fahndung wirklich überall einführt, andereseits wurden bereits in zahlreichen Bundesländern einzelne Pilotprojekte und Arbeitsgruppen geschaffen, die untersuchen sollen, wie soziale Netzwerke von der Polizei genutzt werden könnten. Genannt werden neben der Fahndung auch die Prävention, die Nachwuchswerbung und die Öffentlichkeitsarbeit. Sollte es wirklich dazu kommen, wird sich die Polizeiarbeit nicht nur auf Facebook beschränken, sondern eine Vielzahl von sozialen Netzwerken wie Twitter oder Google+ einbinden.

 

Vor allem stehen diesem Vorhaben aber auch rechtliche Fragen, insbesondere Fragen des Datenschutzes und der Privatsphäre entgegen. Darüber hinaus muss auch bedacht werden, dass die Einträge überwacht und zeitnah bearbeitet werden müssen. Es werden also Beamte erforderlich sein, welche die sozialen Netzwerke ständig überprüfen und die Daten pflegen. Es wurde bereits angekündigt, dass sich der Arbeitskreis Polizei und Innere Sicherheit über das Thema Fahndung in sozialen Netzwerken im Februar beraten wird.

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Reaktionen auf diesen Artikel



Skeptiker, 07.03.2012
nicht im Ernst, oder?
Bedenken über Datenschutz und Verletzung der Privatsphäre auf _Facebook_?!
Das wäre vergleichbar damit, wenn man sich beim Emmentaler Sorgen machen würde, der Käse könnte Löcher enthalten ...
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