Nach der Klage von Google wegen Patentverletzung beim Open Source Betriebssystem Android, folgt nun die Ankündigung das Server-Betriebssystem Solaris nicht mehr als Open Source Projekt weiter zu entwickeln.
(Wien, 15.8.2010) OpenSolaris-Kernel-Entwickler Steven Stallion veröffentlichte eine interne E-Mail, die von Oracle and die Solaris-Jungs geschickt wurde. Er zeigt sich schwer enttäuscht von Oracle und fühlt sich seiner Arbeit beraubt. In dem mit Mike Shapiro, Bill Nesheim und Chris Armes gezeichneten Oracle-internen E-Mail, das sehr rasch den Weg in die Blogosphäre fand, die neue Strategie des Business-Software-Konzerns. Darin wird Solaris als das #1 Enterprise Operating System positioniert. Es wird als kritisch für den Erfolg von Oracles Server Business bezeichnet und für die Integration von einer Reihe einer Reihe von Komponenten der Oracle Business Software.
Es wird angekündigt, dass man weiteres Personal für die Entwicklung anheuern wolle. Solaris soll auch auf anderer Server Hardware im Markt laufen und Applikationen von Dritten ausführen können. Aber es soll besonders für die eigene Hard- und Software optimiert werden, so das Mail. Geplant ist, OpenSolaris Express noch Ende des Jahres zu veröffentlichen und die volle Solaris Version 11 Anfang 2011. Der Open Source Community sollen nur mehr ausgewählte Teile des Source Codes zugänglich gemacht werden. Nicht davon betroffen sei die Desktop Version.
OpenSolaris war ein quelloffenes Unix-Betriebssystem von Oracle, früher Sun. Die Idee und die Planung von OpenSolaris begannen Anfang 2004. Es wurde Schritt für Schritt der Quellcode veröffentlicht und unter Mitarbeit der weltweiten Open Source Community weiterentwickelt.
Bisher wurde Solaris, wie Linux, Apache oder KDE, komplett offen entwickelt. Dies wird sich nun ändern und die Weiterentwicklung wird hinter geschlossener Tür geschehen. Sobald eine größere Ausgabe fertig ist, wird man den Code offen legen. Die Open-Source-Entwickler bekommen also die Solaris-Quelltexte nur noch verzögert und nicht mehr während der Entwicklung. Das erfolgte bisher regelmäßig nachts. Updates für die Solaris-Teile unter CDDL soll es aber dennoch geben. Wer Zugriff auf noch in der Entwicklung befindlichen Solaris-Code möchte, muss einem "Technology Partner Program" beitreten. Wer zu diesem Programm zugelassen wird, entscheidet Oracle von Fall zu Fall.
Heftige Kritik
Von der Open Source Community gibt es heftige Kritik an den jüngsten Entscheidungen von Oracle. Sowohl die Klage gegen Google wegen der Verletzung von Patenten und Copyrights in Android als auch die OpenSolaris Entscheidung stoßen die Community vor den Kopf. US-Beobachter sehen gute Chancen, dass die Klage gegen Google erfolgreich sein wird, wenn auch nach jahrelangem Rechtsstreit. Dass dann weitere Klagen gegen Entwickler und Hersteller von Smartphones und sogar gegen Mobilfunkbetreiber möglich sind, wird nicht ausgeschlossen. Deshalb wird zumindest erwartet, dass die Unterstützung für Android reduziert wird, was sich wieder negativ auf die Marktdurchdringung auswirken könnte.