(Wien, 21.8.2010) Nach jahrelangen Wachstumsraten zwischen 15 und 25 Prozent verzeichnete der Online-Handel im Vorjahr erstmals einen Rückgang um zwei Prozent. In einer Studie bei zwei Millionen Konsumenten stellt ComScore, ein US Marktbeobachter, nun wieder ein Wachstum um 7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 und sogar um neun Prozent im zweiten Quartal fest.
Veränderte Gewohnheiten
Die Marktforscher führen den Zuwachs aber weniger auf die ohnehin schwache Erholung der Wirtschaft zurück als vielmehr auf veränderte Kaufgewohnheiten. Vor allem Händler, die nur auf Online-Verkauf setzen wie Amazon, Netdlix oder NexTag sowie Gutschein-Shops, zeigten Wachstumsraten, die über denen mehr traditioneller Websites lagen.
Für online gebuchte Reisen wurde um fünf Prozent mehr ausgegeben, während Consumer Electronics, Computer, Bücher und Videospiele weit stärkere Zuwächse zeigten.
„Der Anteil von E-Commerce an den Ausgaben der Konsumenten wächst weiter“, sagte ComScore Chairman Gian Fulgoni in einem Webcast des Unternehmens. Die Kaufkraft verschiebt sich von den realen Geschäften ins Web, da die Konsumenten immer auf Schnäppchenjagd gehen.
Der schwache US-Arbeitsmarkt hat auch Einfluss auf die Demographie der Online-Shopper. So stiegen die Ausgaben von Jüngeren mit Einkommen über 50.000 Dollar um 22 Prozent, der mit mehr als 100.000 Dollar um 17 Prozent, während die Schicht mit mittleren Einkommen sogar um zwei Prozent weniger ausgab.
Schnäppchenjagd und Pessimismus
Viele von denen, die sich auf Schnäppchenjagd begaben, sagten, dass sie weniger für Essengehen, Unterhaltung und Geschenke ausgeben und weniger auf Marken achten. Es wird mehr in bar oder mit Debet-Karten bezahlt, während die Verwendung von Kreditkarten zurückging, sagte Fulgoni. Nur ein Viertel der Befragten glaubt, dass die Krise bereits überwunden sei, während drei Viertel entweder unsicher waren oder noch an eine weitere Verlangsamung der Wirtschaft glauben.
Die Online-Händler, angeführt von Amazon und Netflix, zogen insgesamt 169 Millionen Menschen allein im zweiten Quartal an, was einem Zuwachs von 13 Prozent entspricht. Der weltweit führende Online-Händler Amazon verzeichnete allein einen Zuwachs der Visits von 21 Prozent, während der Video-Händler Netflix sich sogar über 34 Prozent mehr Visits freuen konnte.
Besonders die „heavy-user“ gaben im Schnitt des zweiten Quartals 615 Dollar aus gegenüber durchschnittlich 30 Dollar in der unteren Hälfte. Die reinen Internet-Shops verzeichneten einen Anteil von 59 Prozent der gesamten Online-Ausgaben, gegenüber 49 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
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