(18.01.2012, 14:30) Anfang des Jahres kam es bei dem japanischen Kamerahersteller Olympus zu einer regelrechten Klagewelle gegen sowohl den aktuellen Konzernchef, Ched Shuichi Takayama, als auch gegen weitere 18 frühere Manager des Konzerns, nachdem ein Milliarden-Bilanzbetrug aufgedeckt werden konnte.
Bei Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass mittels Übernahmedeals, bei denen die Übernahmesummen stark getürkt wurden, Verluste im Ausmaß von 134,8 Milliarden Yen verschleiert wurden.
Nun wird für die zweite Aprilhälfte eine außerordentliche Aktionärsversammlung anberaumt, bei welcher der amtierende Ched Shuichi Takayama sowie eine Vielzahl weiterer Manager zurücktreten werden. Die drei mutmaßlichen Köpfe des Bilanzbetruges - Kikukawa, der zuletzt Verwaltungsratschef war, sowie Vizepräsident Hisashi Mori und Buchprüfer Hideo Yamada, wurden bereits entlassen.
Der Konzern forderte hohe Schadensersatzsummen von den ehemaligen Managern. Von dem derzeitigen Chef Takayama hat der Konzern 500 Millionen Yen (umgerechnet etwa 5,1 Millionen Euro) als Schadensersatz verlangt. An Tsuyoshi Kikukawa, einen langjährigen Unternehmenspatriarchen, der als zentraler Drahtzieher bei der Bilanzfälschung gesehen wird, wurde gar eine Forderung von 3,61 Milliarden Yen gestellt.