(27.3.2011, 19:50) Die größte Aufmerksamkeit erregte bisher die App Color für iPhone und Android, die vor allem durch die Rekord-Finanzierung von 41 Millionen Dollar Schlagzeilen gemacht hat. Google hat am Freitag ein Group-Messaging App namens Disco freigegeben, die ebenfalls neue Möglichkeiten erschließt. Und seit einiger Zeit gibt es Waze, das Navigation mit Social Networking verbindet.
Die interessanteste Neuerung ist wohl Color. Obwohl noch nicht klar ist, worauf die App genau abzielt, ist das Investment des äußerst erfahrenen Venturers Sequoia Capital ein deutlicher Hinweis, dass es sich um eine transformative Technologie handeln könnte. Sequoia hat sich einen Namen mit äußerst erfolgreichen Investments wie etwa in Google, Yahoo, Apple, YouTube und PayPal gemacht.
Und Sequoia ist regelrecht euphorisch über das Konzept von Color, man habe seit Google nicht mehr eine derart transformative Idee gesehen. Im Grunde geht es bei Color darum, dass die Nutzer eine fotografische, öffentliche Timeline aufbauen und jedes hochgeladene Foto wird sofort an dem betreffenden Ort gespeichert. Wenn das eine größere Zahl von Personen nutzt, wird eine visuelle „Tapete“ von allen Orten der Welt erzeugt.
Aus der derzeit verfügbaren App ist noch nicht klar ersichtlich wohin die Reise bei Color gehen wird. Was man angezeigt bekommt ist rein ortsbezogen, man sieht eigene Aufnahmen und die von anderen. Es ist unabhängig von Freunden, Kontakten und Followern, wie das bei anderen sozialen Netzen derzeit der Fall ist.
Auch Waze beruht völlig auf der Mobilität des Smartphones. Die Karte entsteht durch das Befahren von Straßen, und wo ein Stau ist erfährt man durch die Fahrgeschwindigkeit der anderen Waze-Nutzer. Und natürlich auch wo Polizeikontrollen und Radargeräte sind.
Die neue Klasse von Apps sind völlig auf den Smartphones und den damit gesammelten Daten basiert, das Internet spielt nur mehr als Verbindung zwischen dem Smartphone und den Daten in der Cloud eine Rolle. Die Webseite gibt es allenfalls noch unterstützend, steht aber nicht mehr wie bei Facebook oder Twitter im Mittelpunkt.
Diese Art von Apps hat erst kürzlich Momentum bekommen, da ausreichend mobile Bandbreite zur Verfügung steht und die Smartphones mit Sensoren wie Kamera und Ortsbestimmung in großem Ausmaß versehen sind. Für heuer sind wohl noch eine Reihe bahnbrechender Entwicklungen zu erwarten. Mehr verändernd jedenfalls, als Facebook gegenüber MySpace ist.