(24.5.2011, 12:05) Die erste App dieses Genres ist Color die wir hier vorgestellt haben. Sie beruht darauf, dass ich Fotos mit anderen Personen teilen kann, die sich am gleichen Ort aufhalten. Freundschaft oder andere Zusammenhänge sind nicht erforderlich. Nun kommen neue Apps nach dem gleichen Prinzip in die Appstores. Zwei davon wurden auf der TechCrunch Disrupt Konferenz in New York vorgestellt.
Gemeinsam ist diesen Apps das Henne und Ei Dilemma. Schon bei Color, die übrigens in der Zwischenzeit aus dem Android Market entfernt wurde und nur mehr in Apples Appstore existiert, war das Problem, dass ich nur bei einer einzigen Gelegenheit andere Nutzer von Color in meiner Nähe hatte, nämlich bei der Konferenz SIME Vienna 2011 in der Ottakringer Brauerei. Die Bilder, die Color bei dieser Gelegenheit zusammengestellt hat, sind zum Teil hier zu sehen.
Videochat mit Charisma
Karizma geht davon aus, dass man sich mit Leuten in der Nähe per Videochat unterhalten will. Wie bei Color geht es also nur um die räumliche Nähe, aber nicht um existierende Freundschaften via eines der gebräuchlichen sozialen Netze. Karizma ermöglicht andere Karizma User anzurufen, die in der Nähe sind.
Karizma selektiert aber offenbar nicht nur nach der räumlichen Nähe, sondern auch nach Alter, gemeinsamen Freunden, Sprache und Interessen.
Eine andere Möglichkeit von Karizma ist ein Geschäft oder Lokal anzurufen, in dessen Nähe man gerade vorbeikommt um nach Angeboten oder freien Tischen zu fragen. Hier sehen die Gründer von Karizma offenbar auch Möglichkeiten der Kommerzialisierung.
Gegründet wurde Karizma vom russichstämmigen Egor Lavrov.
Sonar findet relevante Personen im Raum
Sonar nutzt nahezu alle Möglichkeiten öffentlich verfügbare Profile in Facebook, LinkedIn, Foursquare, Instagram, Eventbrite etc zu durchforsten und zeigt dann, wer und warum im Raum relevant sein könnte.
Gründer Brett Martin erklärte die Funktionalität so: „Es ist ganz einfach – wenn du Sonar öffnest sagt es Dir, dass der Typ, der dir gegenübersitzt ein Klassenkollege eines Freundes ist, der Große an der Jukebox ein Venturer, dem du auf Twitter folgst und die hübsche Frau an der Bar ebenfalls Arcade Fire und Hemingway mag.“ Das erleichtert sicher den Erstkontakt.
Bei Karizma ist aber ebenfalls wie Color das Problem der kritischen Masse vorhanden - gibt es genug Leute, die die App ebenfalls nutzen. Bei Sonar entfällt dieses Problem offenbar. Allerdings erfordert auch diese App, dass Personen bereit sind ihren Standort preiszugeben. Die Konzepte sind zumindest viel versprechend.
Ergänzung: Sonar ist im Moment für das iPhone verfügbar, Karizma ist offenbar noch im Stealth-Mode.

