(31.01.2012; 14:10) Der amerikanische Kongress ist wie ein einhändiger Bandit, manchmal kommt etwas Gutes raus, aber die meiste Zeit kommt eben nichts raus. Negativbeispiele für das Handeln sind die Gesetzesvorschläge SOPA und PIPA, die im Moment auf Eis gelegt sind. Ein neuer Gesetzesvorschlag des Repräsentanten Ed Markey von Massachusetts kann als eine Mischung aus Negativem und Positivem gesehen werden.
Dieser Gesetzesvorschlag würde von den Mobilfunk-Anbietern in den USA verlangen, dass sie die Kunden über eine Tracking-Software, die sich auf einem mobilen Geräte beim Kauf befindet, informieren müssen. Die Anbieter müssten die User ebenso darüber informieren, wenn eine solche Software erst zu einem späteren Zeitpunkt vom Anbieter, Hersteller oder OS-Anbieter installiert werden soll.
Nach dem Carrier IQ Problem hat die Öffentlichkeit ein gesteigertes Interesse an der Geheimhaltung seiner Daten auf Smartphones gezeigt. Vom Anbieter installierte Tracking-Software-Programme sammeln eine überraschende Menge an Daten über die Nutzungsgewohnheiten der User, welche dann auf vielseitige Weise verwendet werden.
Der zahnlose Tiger
Der Mobile Device Privacy Act würde einer Zustimmung der User erfordern, damit diese Daten gesammelt werden können. Dieser Gesetzesvorschlag sieht aber keinen Ausstieg aus der Datensammlung vor. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass das Gesetz nicht versucht, das Verhalten der Anbieter zu verändern oder den Kunden mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung darüber zu geben, welche Daten gesammelt werden und welche nicht, sondern nur, dass diese darüber informiert werden, dass die Daten gesammelt werden.
Eine gesetzliche Verpflichtung für eine Opt-Out-Bestimmung stellt aufgrund der umfangreichen Lobbying-Situation in der Wireless-Industrie innerhalb der USA ein ernsthaftes Hindernis dar. In Kürze bedeutet es, dass die Kunden beim Kauf eines Smartphones oder einer Dienstleistung eines bestimmten Anbieters über die Software informiert werden und der Vertrag eine weitere Seite erhält mit der der User einverstanden sein muss.
Dieser Gesetzesvorschlag sorgt für gespaltene Meinungen, die einigen bezeichnen ihn als einen zahnlosen Tiger, der zwar das Problem aufzeigt, es aber nicht bekämpft. Die anderen hingegen, sehen in diesem zahnlosen Tiger einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Es wird sich zeigen, welchen Einfluss dieses Gesetz auf die Entwicklung am Mobilfunk-Markt nehmen wird.