(03.12.2011, 13:16) Die langsam nach Südosteuropa expandierende Telekom Austria scheint nicht zuletzt wegen ihres chronisch unterbewerteten Aktienkurses immer wieder das Interesse der Konkurrenz und von Investoren zu wecken. Aber es ist Konsens der Politik, dass das Unternehmen eines der strategisch wichtigsten für den Wirtschaftsstandort ist. Deshalb sollte der Staat eine beherrschende Minderheit behalten.
Nun bericht aber die Wiener Zeitung, dass möglicherweise eine Übernahme auf kaltem Weg und hinter dem Rücken der verantwortlichen Politiker und der ÖIAG stattfinden könnte. In den vergangenen Wochen soll der Finanzinvestor Ronny Pecik rund 15,1 Prozent der Telekom Austria Aktien erworben haben.
Die RPR Privatstiftung habe ihren Anteil an der TA von 5,485% (17. Oktober 2011) auf 15,81% (per 25. November 2011) über Aktien und Call-Optionen erhöht. Weiter habe die RPR Privatstiftung am 25. November indirekt über ihre 100%-Beteiligungsgesellschaft Marathon Zwei Beteiligungs GmbH jene Call-Optionen für 5,4% der Aktien der Telekom Austria ausgeübt, deren Erwerb bereits am 17. Oktober 2011 verlautbart worden sei. Des Weiteren habe Marathon Zwei Beteiligungs GmbH am gleichen Tag Call-Optionen für 9,5% erworben, die unverzüglich ausgeübt worden seien.
Naguib Sawiris von Orascom Telecom habe bestätigt, dass seine 100%-Beteiligungsgesellschaft Weather Investments II einen Anteil an der Marathon Zwei Beteiligungs GmbH habe. Damit bekommt wieder das Gerücht Fantasie, dass Orascom oder der Milliardär Naguib Sawiris an einem Einstieg in den österreichischen Telekom Konzern anstrebe.
Mit weiteren 10% würde sich Pecik auf Augenhöhe mit der staatlichen ÖIAG begeben, die derzeit über rund 28,4% der Aktien verfügt und damit im Wesentlichen Aufsichtsrat und Management bestimmen kann.
Das Wirtschaftsministerium muss Zukaufe von mehr als 25 Prozent eines strategischen Infrastrukturunternehmen wie Telekom Austria es sei, genehmigen, außer wenn die Investoren von der Schweiz, der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum stammen würden. Es ist also fraglich, ob Pecik eine Genehmigung brauchen würde. Überschreitet ein Investor die 30% Hürde müsste er ein Angebot an die restlichen Aktionäre machen.