(San Francisco, 05.10.2011, 12:30 PT) Nachdem Larry Ellison gestern Salesforce CEO Marc Benioff aus seiner Hausmesse ausgeschlossen hat, hat dieser heute im St. Regis Hotel seine Keynote gehalten. Er bestätigte nochmals gestern um halb vier einen Anruf erhalten zu haben, bei dem er von seinem Rausschmiss erfahren habe. Später habe man ihm dann noch einen Termin am Donnerstag um 8 Uhr in der Früh angeboten "wenn schon alles vorbei ist".
Deshalb also seine Keynote im St. Regis, gestreamt über Facebook und Ustream. Sogar Benioffs Mutter war dazu aufgetaucht und präsentierte sich den Anwesenden. Wie zu erwarten, gab es heftige Angriffe gegen Oracle: Maschinen zu verkaufen mache noch keine Cloud. Dass das Angebot nicht gut sei, erkenne man auch daran, dass Oracle erst 1.000 Maschinen verkauft habe.

Das Bild postete Marc Benioff über seinen Twitteraccount. Vor seiner Keynote ließ er einige schnell Angeheuerte direkt bei Oracles Veranstaltungsort zwischen dem Zelt auf der Howard Street und Moscone North mit Tafeln auf- und abmarschieren, die auf seine Keynote hinwiesen. The Cloud must go on, aber offensichtlich auch die Show.

Nach dem Rausschmiss Benioffs schaffte es Oracle-CEO Larry Ellison mit einer Aussage weiteres Porzellan zu zerbrechen: "Es ist mir egal, ob unser Commodity x86-Business auf null sinkt." Schließlich verdiene Oracle kein Geld mit Intel-Servern. Sun habe solche Dinge verkauft und "wir lassen dieses Geschäft auslaufen."
John Fowler, Head von Oracles Systems Business, hatte dann die Aufgabe, das wieder ins rechte Licht zu rücken. Es sei nicht der Fall, dass Oracle sich aus dem x86-Geschäft zurückziehen wolle. "Larry hat einige 'interessante' Kommentare zu Intel gemacht, dass ihm nicht sonderlich am Intel-Server-Business gelegen sei", so Fowler. Das habe natürlich, für "einige Anrufe in meinem Büro gesorgt."
Der springende Punkt aber sei der Ausdruck 'commodity' gewesen. Auch weiterhin werde Oracle die Intel x86-Server bauen und als Bausteine in größeren Systemen wie der Exadata Database Machine nutzen. Intel sei bei Oracle eine Grundlage für ganze Systemfamilien. "Woran wir allerdings weniger interessiert sind, ist das großformatige x86-Server-Business, um darauf zum Beispiel das Windows-Betriebssystem laufen zu lassen. Unser Fokus liegt im Enterprise-Computing."
Oracle hatte auf der Software- und Serviceseite aber auch einige Neuheiten zu bieten So ist nun PeopleSoft Human Capital Management (HCM) 9.1 on Demand Standard Edition verfügbar. Die PeopleSoft HCM On Demand Standard Edition ist eine konfigurierbare, gehostete Lösung, die den schnellen Einsatz von PeopleSoft HCM 9.1 erlaubt. Die PeopleSoft HCM On Demand Standard Edition wird in einem Rechenzentrum von Oracle gehostet, das höchste Sicherheit und fehlertolerante Redundanz bietet. Das geht natürlich nicht wirklich mit Salesforce.com zusammen.
Noch kontroversieller zu Salesforce ist die CRM On Demand Release 19 Innovation Pack. Oracle setzt auch beim Hosted Contact Center und wichtigen Marketing-Funktionen nicht auf externe Partner oder andere Dienstleister. Mit dem neuen Hosted Contact Center werden bestehende gehostete Sprach-, Anrufbeanworter-, E-Mail- sowie IVR-( Interactive Voice Response) und ACD-Funktionen (Automatic Call Distribution) erweitert; dazu zählen Chat, Co-Browsing, Antwortbibliotheken, Telefonkonferenzfunktionen für mehrere Teilnehmer, Vorschläge für E-Mail-Antworten. Weiterhin ist eine integrierte Schnittstelle für Telefonie-Hardware und Software von Drittanbietern enthalten.
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Fotos: (c) Oracle, Benioff
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