Die Herstellung eigener Prozessoren kommt für Nokia nicht in Frage. Was Apple für iPhone und iPad erfolgreich schafft, ist den Finnen zu riskant.
(Espoo, 09.08.2010) Der finnische Handyhersteller Nokia will im eigenen Hause keine Chips produzieren, berichtet die NY Times. Henry Tirri, Leiter der Nokia Forschungszentren, hält ein solches Investment mit entsprechender Leistungsfähigkeit für zeitaufwendig. Apple habe sich lange dafür Zeit gelassen und genießt die Erfolge, bei anderen könnte es aber leicht schief gehen, so Tirri.
Beispiele aus der Vergangenheit zeigten, dass Unternehmen mit spezialisierten Prozessoren anfangs erfolgreich waren und dann beim Marktlaunch eines Universalprodukts im Sand verliefen. Nokia versucht den Anschluss an die Konkurrenz zu finden, doch die Herstellung einer eigenen Chipmarke scheint dem Konzern zu riskant. Indes plant Nokia in anderen Segmenten mit einigen Überraschungen aufzuwarten. Tirri spricht von neuen Materialien bei Handys, die Chamäleon-artig die Farbe wechseln und Tastaturen, die aus dem Display "heraus wachsen".
Apple fährt hingegen wie so oft einen anderen Kurs und integriert iPhones und iPads mit den hauseigenen ARM-Prozessoren, während in PCs und Laptops weiterhin Intel-Chips eingesetzt werden. Die Vorteile für hauseigenen Chips sind optimierte Leistungsfähigkeit für eine ideale aufeinander abgestimmte Soft- und Hardware sowie geringerer Stromverbrauch und kompaktere Geräte.