(Wien, 27.4.2010) In einer Aussendung gab Bundesministerin Doris Bures heute bekannt, dass der obere Bereich der Digitalen Dividende von 790 bis 862 MHz den Mobilfunkern zur Verfügung gestellt wird. Diese Entscheidung wurde auf Basis der Studie "Nutzung der Digitalen Dividende in Österreich" getroffen.
Nutzen
Die Studie verweist darauf, dass der Nutzen für die Bevölkerung und die Unternehmen in Österreich besonders hoch ist, wenn das freie Frequenzband vollständig dem Breitband-Mobilfunk übergeben wird. "Diese Entscheidung setzt einen klaren Rahmen, räumt bestehende Unsicherheiten aus und legt die Grundlage für Investitionen, neues Wachstum und Beschäftigung", so Bures. Medienstaatssekretär Josef Ostermayer über die erwarteten positiven Effekte: "Unsere Wissensgesellschaft kann sich durch diese klaren Ergebnisse einen großen Schritt weiterentwickeln. Das mobile Breitband wird vor allem im ländlichen Raum aber auch in den Städten eine neue Qualität der Informationsübertragung und der Kommunikation ermöglichen. Gleichzeitig bleibt durch den Frequenzbereich bis Kanal 60 eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Rundfunkprogrammen gesichert. Auch eine Umstellung auf hochauflösendes Fernsehen ist dabei möglich."
Offene Fragen
Laut den Studienautoren gibt es jedoch noch eine Reihe offener Fragen, auf die Lösungen gefunden werden müssen. Dazu gehören die Auswirkungen auf die TV-Kabelnetze und Endgeräte sowie die Auswirkung auf alternative Spektren für andere Frequenznutzer. Zudem machen die Autoren auf noch offene Fragen zum Ausschreibungsmodus und die notwendigen Abstimmungen auf europäischer und bilateraler Ebene aufmerksam. Um konkrete Lösungen darauf zu finden, werden das Bundeskanzleramt und das Infrastrukturministerium dem Ministerrat noch vor dem Sommer einen Fahrplan zur Neuvergabe der Frequenzen und die Nutzung dieser für den Breitband-Mobilfunk vorlegen. Die Versteigerung der Frequenzen wird frühestens Ende nächsten Jahres erfolgen.
Die Vollversion der Studie "Nutzung der Digitalen Dividende in Österreich" wird im Laufe dieser Woche auf der Homepage der RTR sowie des Bundeskanzleramtes und des Infrastrukturministeriums veröffentlicht werden. Eine Kurzzusammenfassung finden Sie hier.