Paul Allen, der gemeinsam mit Bill Gates Microsoft gegründet hat klagt praktisch das ganze Silicon Valley, nämlich elf der größten Technologiekonzern wie Apple, Facebook, Google oder eBay wegen Verletzung von Patenten.
(New York, 28.8.2010) Ein Knalleffekt wurde gestern in New York und im Silicon Valley bekannt. Paul Allen hatte während der Internetblase 100 Millionen Dollar in eine Firma Interval Research Corp. investiert, die eine Reihe von Patenten angemeldet hatte. Das Unternehmen wurde wieder geschlossen, ohne je nennenswerte Produkte auf den Markt gebracht zu haben. Die Patente hält heute Allens Firma Interval Licensing.
Es handelt sich um vier Patente, von denen in der Klage behauptet wird, sie seien grundlegend für die Art und Weise wie führende Internet Unternehmen heute funktionieren. Geklagt wurden Google, Facebook, eBay, Apple, Yahoo Inc., AOL Inc., Netflix, Office Depot Inc., OfficeMax Inc., Staples Inc. und die Google Tochter YouTube. Microsoft wird in der Klage nicht genannt, Allen hält daran aber auch noch große Anteile.
Die ersten Reaktionen der betroffenen Unternehmen war strikt ablehnend, die Klage sei „völlig ohne Grundlage“ und es sei „der bedauernswerte Trend von Leuten, die im Gerichtssaal und nicht auf dem Markt konkurrieren wollen“. Gerry J. Elman, ein Fachanwalt für Patentrecht in der Technologiebranche, kommentierte die Klage Allens gegenüber Reuters: "Sie sollte ernst genommen und nicht als Rohrkrepierer angesehen werden." So musste etwa im Jahr 2006 BlackBerry Erzeuger Research In Motion (RIM) 612,5 Million Dollar an NTP zahlen um eine Klage für seine E-Mail-Push-Technologie an Smartphones beizulegen.
Eines der Patente dreht sich darum, Vorschläge für ähnliche Produkte zu dem zu machen, das der User gerade ansieht. Ein tatsächlich mittlerweile sehr weit verbreitetes Feature. Das zweite ermöglicht es Lesern eines Artikels andere Artikel über das gleiche Thema aufzufinden. Die beiden anderen beschreiben, wie News, Ads, Aktienkurse, Videos und ähnliches am Display aufpoppen können, während der User gerade eine andere Aktivität ausführt.
Eine Änderung der Produkte wird vorerst nicht passieren, da sich solche Klagen gewöhnlich über Jahre hinziehen und dann doch mit einem Vergleich enden.