(Wien, 18.2.2010) Die gestern erfolgte Absage der Messe ist wohl die logische Konsequenz der Entwicklung der Branche in den vergangenen Jahren. Nach der ITnT in den Jahren 2008 und 2009 klagten die Aussteller überwiegend darüber, dass praktisch nur die Besucher kamen, die man selbst eingeladen hatte aber keine Neukunden. Das ist auch nicht weiter verwunderlich.
Die großen Player im österreichischen Markt hatten mit allen wesentlichen, möglichen Kunden bereits Kontakt – oder diese sind an die Konkurrenz vergeben. Alle Unternehmen haben eine Grundausstattung an IT. Deshalb gibt es die Spezies „Neukunde, der überraschend am Messestand auftaucht“ einfach nicht mehr. Die großen Player haben daraus die Konsequenz gezogen und gehen nicht mehr hin.
Anders sieht es natürlich für Newcomer oder kleinere Anbieter aus. Für die macht die Messe Sinn, aber sie ziehen weder Besucher in Scharen an noch bringen sie dem Messeveranstalter genug Geld.
Oft hört man auch das Argument, das die Branche so etwas wie einen Kristallisationspunkt braucht und die Messe gut für Networking und persönliche Kontakte ist. Dafür allerdings sind die Kosten viel zu hoch und drei Tage benötigt dafür auch niemand. Tatsächlich hatte die ITnT auch nur jeweils am Nachmittag des zweiten Tages guten Besuch – das allerdings nur, weil am Abend die Standfeste waren.
Ich glaube nicht, dass eine IKT-Messe in Österreich zu revitalisieren ist - dafür ist Badeschluss. Der persönliche Kontakt wird bei Plattformen wie den am 4. März stattfindenden eDay der WKO, den Praxistagen der VÖWA am 15. März oder ähnlichen Events hergestellt. Die laufende Kommunikation wird zwischen Anbietern und Kunden direkt oder über Medien wie dieses oder das pfm-Magazin stattfinden.
( )
© Telekom-Presse
|
|
|
Telekom-Presseon |
|
|
Suchbegriffe: Messe- und Badeschluss