
(2.5.2011, 14:00) Der IT-Spezialist Sohaib Athar wurde ohne es zunächst zu wissen Zeuge der Aktion der Navy Seals gegen Osama bin Laden im Zuge dessen der von den USA als Staatsfeind Nummer 1 gesuchte Al Qaida Führer erschossen wurde.
Der 32-jährige Sohaib Athar begann seine Nachrichten eine Stunde nach Mitternacht zu posten und zwar über den Helikopter, der über Abbottabad schwebte, was er als selten bezeichnete. Dann hörte man in Cantt einen lauten Knall, der die Fenster erschütterte. In einem der nächsten Tweets meinte er, die Taliban hätten keine Helikopter und es sei daher wahrscheinlich eine komplizierte Situation um später über den Abschuss des Helikopters zu berichten.

Die Explosion des Helikopters wurde auch noch von anderen Twitterern bestätigt.


In seiner Presseerklärung bestätigte Barack Obama später, dass zwei Helis an der Aktion beteiligt waren. Einer sei beschädigt und daher von den eigenen Leuten gesprengt worden.
Twitter hat hier wieder einmal seine überlegene Fähigkeit als schneller Informationskanal bestätigt. Schon vor der offiziellen Bekanntgabe waren über Twitter die ersten Meldungen über die Aktion und die Erschießung bin Ladens aufgetaucht.
Aber besonders interessant ist, dass sich über Twitter offenbar unweigerlich solche Ereignisse verifizieren lassen. Das zeigen die Tweets von Shaib Athar sowie die von anderen aus der Stadt. Demokratiepolitisch interessant daran ist, dass damit auch das Informationsmonopol von Regierungen angeschlagen wird. Ihre Geschichten lassen sich immer leichter durch Echtzeitberichterstattung vor allem in Twitter durch Menschen in der Nähe verifizieren oder falsifizieren.
Das haben auch die Ereignisse in einigen arabischen Ländern jüngst eindrucksvoll bewiesen. Und gerade bei Twitter ist die Einstiegshürde bereits extrem nierdrig geworden. Es genügt ein ganz einfaches Handy mit dem man SMS versenden und empfangen kann.
Das Meinungs- und Informationsmonopol wird durch die elektronischen Medien immer weiter durchlöchert. Auch Medien wie Wikileaks haben dazu einen wichtigen Beitrag geleistet.
Schade, dass Twitter in Österreich und Europa noch immer eine vergleichsweise niedrige Nutzung hat. Dieses Medium wird zur immer wichtigen Informations- und Wissensquelle. Aber wir haben ja 7 gute Gründe nicht dabei zu sein.