(San Francisco, 04.10.2011, 16:50 PT) Der Large Hadron Collider (LHC) beim CERN in Genf stößt nicht nur bei der Physik in vielerlei Weise in Grenzgebiete vor. Er ist ein ringförmiger Teilchenbeschleuniger mit 26,7 km Umfang. In zwei möglichen Betriebsmodi werden dort entweder Bleikerne oder Protonen gegenläufig auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und miteinander zur Kollision gebracht. Bezüglich der für die Produktion von neuen Elementarteilchen zu Verfügung stehenden Energie und der Frequenz der Kollisionen ist der LHC der größte bisher gebaute Teilchenbeschleuniger.
Die Magnete, die die Teichen in der Kreisbahn halten sind mit flüssigen Helium auf etwa minus 270 Grad gekühlt um Supraleitung zu ermöglichen und damit die gewaltigen Ströme zum fließen zu bringen, die für die Magnetfelder benötigt werden, die die Teilchen in ihrer Kreisbahn halten. Abweichungen von der vorgesehenen Bahn können zu Kollisionen des Teilchenstrahls mit den Magneten führen, die das Helium zum Kochen bringt und damit einen Zusammenbruch des Magnetfeldes zur Folge hätte. Schwerste Beschädigungen wären die Folge.
Alle Betriebsdaten werden in einer Oracle Datenbank blitzschnell abgespeichert, berichtet CERN CIO Tony Cass. Diese Daten werden zur Steuerung der gesamten Anlage benötigt. CERN verwendet die Oracle Datenbanken seit 1982 und ist nach wie vor sehr zufrieden damit. „Wir brauchen 24x7 absolute Zuverlässigkeit und das bekommen wir von Oracle. Wir sind unseren Lieferanten absolut nicht treu, wer nicht bringt was wir erwarten, fliegt raus“, so Tony Cass, der nun bald 20 Jahre Oracle Partnerschaft feiern kann.
Auch die Datenmengen sind gewaltig. Derzeit werden 3,1 Billiarden (10 hoch 12) Reihen Daten abgespeichert. Die Datenbank hat bereits 95 TB (TeraByte ebenfalls 10 hoch 12 Byte) und pro Jahr kommen weitere 70 TB hinzu. Derzeit ist noch Version 10.2 in Verwendung aber zu Weihnachten will Tony Cass auf 11g umsteigen. „Wir hatten eine lange Periode der Stabilität aber nun migrieren wir auf die aktuelle Version“, so Cass.
Die Messdaten der Experimente werden direkt in normale Dateien abgespeichert. Dabei fallen pro Jahr 25 PB (PetaByte sind 10 hoch 15 Byte), die mit Oracles Bandrobotern gesichert werden. Die Rechenarbeiten werden primär auf 11 Zentren weltweit verteilt. Neben den Messdaten werden für die Berechnungen aber zusätzlich die exakten Zustandsdaten des Ringes benötigt. Temperatur, Magnetfelddaten, genaue Positionen des Teilchenstrahls und noch wesentlich mehr gehen als Parameter in die aufwändigen Rechnungen ein. Über das Oracle Produkt „Stream“ erhalten die Forscher Zugang zu den entsprechenden ebenfalls riesigen Datensätzen in der Datenbank.
CERN hat auch einiges an Middleware von Oracle im Einsatz. Es wird viel in Java und in C++ programmiert. Oracle liefert dafür sozusagen die Laufzeit-Umgebung.
Seit 2003 ist Oracle auch Partner in dem Open Lab Projekt, das die Zusammenarbeit von Forschern und Lieferanten koordiniert.