(02.01.2012; 15:30) Bereits seit der Französischen Revolution gilt die Privatsphäre als Grundrecht für jeden Menschen. In Deutschland wurde 1983 das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ bestätigt.
Knappe 30 Jahre später verzichten die Menschen im Zuge der Nutzung von Facebook, Twitter und Co auf dieses Grundrecht. Die Frage die man sich stellen muss ist, ob dieser Verzicht auf freiwilliger Basis beruht, oder sich durch Unwissenheit ergibt.
Der deutsche Knigge-Rat präsentierte einen Privacy-Knigge, der Menschen helfen soll, die Privatsphäre wieder herzustellen und vor allem zu bewahren.
Diese einfachen sieben Schritte sollen vor allem unroutinierten Nutzern eine Hilfestellung bieten.
Als ersten Punkt empfiehlt der Knigge-Rat alle Sicherheitseinstellungen zu aktivieren und vor allem darauf zu achten, welche Informationen frei zugänglich bleiben. Ein weitere wichtige Frage die der Leitfaden unter Punkt 5 aufwirft ist, ob es wirklich notwendig ist, Angaben über sexuelle Orientierung, politisches Weltbild, Familienstand und dergleichen zu machen.
Im weiteren Verfahren, soll man Kreise bilden. Dabei soll man sich die Frage stellen, wer wirkliche Freunde sind, denen man alles mitteilen will, beziehungsweise kann, oder wen man nur als Bekannte betrachtet. Nach dieser Selektion soll man verschiedene Personengruppen anlegen, wie Freunde, Bekannte, Arbeit, Sport und dergleichen. Diese Unterteilung ermöglicht dem Nutzer direkt beim Posten einer Nachricht zu entscheiden, wer den Eintrag lesen kann und wer nicht.
Der vierte Punkt empfiehlt, private Fotos nicht unüberlegt ins Netz zu stellen und sich bewusst zu werden, dass man auch Jahre später diese noch unter seinem Namen finden kann. Außerdem soll man die Privatsphäre der anderen schützen und ausdrücklich um Erlaubnis fragen, ob diese überhaupt Fotos von sich im Netz haben wollen.
Der vorletzte Schritt warnt davor, allzu private Kommentare auf der Pinwand eines anderen zu posten und diese vielleicht eher als vertrauliche Nachricht zu versenden.
Als letzter und wichtigster Punkt wird den Nutzern geraten das eigene Profil regelmäßig nach unerwünschten Einträgen zu durchforsten, da dies später eine beinahe unmögliche Aufgabe ist, da die Daten auf ausländischen Servern gespeichert werden und diese nicht dem deutschen, beziehungsweise österreichischen Recht unterliegen.