Navigationsgeräte, Auto, Radio, Verkehrsinformation

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Jedem Auto sein Navi

 
Fotocredit: Navigon
 

Einer Studie zufolge gewinnen Navigationsgeräte im Auto zunehmend an Bedeutung. Die wichtigste Quelle für Verkehrsinformationen bleibt aber mit Abstand das Radio.

(Berlin, 06.08.2010) 69 Prozent der Deutschen nutzt das Radio, um sich über die aktuelle Verkehrslage und eventuelle Staus zu informieren. Im Gegensatz dazu nutzt ein Viertel der Befragten ein Navigationsgerät, so die Ergebnisse der aktuellen Bitkom-Umfrage unter Autofahrern.

20 Prozent holen vorab im Internet Verkehrsinformationen ein. Automobilclubs werden nur von drei Prozent als Informationsquelle genutzt, und entsprechende Handy-Applikationen nur von zwei Prozent.

 

Problematik

Das größte Problem sei heute die lückenhafte Datenbasis und der Zeitverzug bis zur Durchsage im Radio. Denn häufig habe sich der Stau bereits aufgelöst, bis die Autofahrer davon erfahren. Sind Reisende im Ausland unterwegs, kommt die Sprachbarriere dazu.

Moderne Systeme wie Echtzeit- oder Live-Dienste, verbessern die Datenbasis durch Nutzung von Sensoren an den Fahrbahnen und werten zusätzlich anonyme Bewegungsdaten von Mobilfunknutzern aus. Die Stauinformationen werden ohne Zeitverzug mit hoher Geschwindigkeit in den Mobilfunknetzen übertragen. Voraussetzung für die Nutzung der kostenpflichtigen Live-Dienste ist ein modernes Navigationsgerät, das mit Mobilfunktechnik ausgestattet ist.

 

„Verdichtet sich die Zahl der Handy-Nutzer in einem Gebiet sehr stark, lässt das zuverlässig auf einen Stau schließen“, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

 

Links im Internet

Webseiten wie www.oeamtc.at, www.arboe.at oder http://oe3.orf.at/verkehr bieten Informationen zur aktuellen Verkehrslage.

Wer sich vor Fahrtantritt einen Überblick verschaffen will, kann hier auch Stauprognosen für besonders stark frequentierte Strecken nachlesen. Reisende können ihre Routen und Fahrzeiten entsprechend planen.  

 

Bitkom hat eine Reihe von Informationsquellen zusammengestellt, die Autofahrer bei Reisen im In- und Ausland neben dem Radio nutzen können:

 

Navigationsgerät mit TMC-Funktion

TMC (Traffic Message Channel) ist kostenlos und wird auch von modernen Autoradios verwendet, die Staumeldungen auf dem Display anzeigen können. Navigationsgeräte mit TMC werten die Stauinfos aus und berechnen auf Wunsch Umleitungsempfehlungen. Quelle sind vorwiegend die Polizei, Automobilclubs, Rettungsdienste und Verkehrskameras. Die Daten werden mit dem UKW-Signal der Radiosender übertragen. Nachteile: Wie im Radio ist die Datenbasis eher schlecht und die Übermittlung der Staumeldungen ist vergleichsweise langsam.

 

Navigationsgerät mit TMCpro

Bei TMCpro werden die Verkehrsinformationen überwiegend über Datensensoren und speziell ausgerüstete Fahrzeugflotten automatisch erhoben. Die Daten werden ebenfalls per UKW an die Navigationsgeräte übertragen, allerdings können im Vergleich zu TMC mehr Informationen übermittelt werden. TMCpro liefert in der Regel präzisere und aktuellere Verkehrsinfos als TMC. Die Nutzung ist zwar kostenpflichtig, sie ist aber beim Kauf eines entsprechenden Navigationsgeräts im Preis enthalten. Eine Nachrüstung alter Geräte ist unter Umständen gegen einen einmaligen Betrag möglich.

 

Navigationsgeräte mit Echtzeitdiensten

Echtzeitdienste erfassen zusätzlich die anonymisierten Bewegungsdaten von Handys, was die Genauigkeit und Schnelligkeit der Staumeldungen verbessert. Erfasst werden alle Straßen, darunter auch die vorgesehenen Umleitungsstrecken, und nicht nur für die mit speziellen Sensoren bestückten Streckenabschnitte.

Zudem sind bessere Prognosen über die weitere Verkehrsentwicklung möglich. Die Übertragung erfolgt per Mobilfunk, deshalb sind die Informationen immer aktuell. Höhere Datenübertagungsraten ermöglichen es, zusätzliche Informationen wie die günstigste Tankstelle in der Umgebung, verfügbare Parkplätze oder das Wetter am Zielort zu liefern. Für die Nutzung fallen Gebühren von ca. 50 Euro pro Jahr an. Beim Kauf eines neuen Navigationsgeräts sind die Dienste je nach Anbieter bis zu 18 Monate kostenlos.

 

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Reaktionen auf diesen Artikel



Albert Malli, 09.08.2010
Ö3 und TMCPlus
Dieser Artikel aus Berlin lässt die Situation in Österreich unerwähnt. Hier gibt es keine begründete Kritik an der Qualität der Verkehrsmeldungen. Ö3 verfügt dank der Verkehrsmelder ("Ö3ver") und der Zusammenarbeit mit der ASFINAG über einen hervorragenden Meldungsstand. Mit TMCPlus haben Ö3 und ASFINAG die Qualität der Meldungen weiter verbessert und auch die Zeit verkürzt, die es benötigt, bis diese Meldungen am Navi angezeigt werden.
Albert Malli
stv. Senderchef Ö3

 
Fotos: Fotocredit: Navigon
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