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Googles Strategie um den Musikmarkt zu erobern

 

Google Music stand seit Mai in der Beta-Version zur Verfügung und wurde seit gestern für jeden neuen amerikanischer User zugänglich. Der neue Dienst von Google besitzt nicht nur einen Cloud-basierten Speicherplatz, sondern auch einen eigenen MP3 Store. Mit dem neuen Service möchte der Suchgigant den Musikmarkt erobern und sich als Konkurrenz zu Amazon sowie Apple etablieren.

 

(17.11.2011; 10:40) Die weltweit größte Suchmaschine hat gestern seine Musikinitiative verändert. Google-Music besitzt neben dem Cloud-basierten Musik-Speicher, der in der Beta-Version im Mai ins Leben gerufen worden ist, jetzt auch einen MP3-Store. Beim gestrigen Firmenevent in Los Angeles wurde dem Dienst das Label Beta entfernt und dadurch wurde der Service allen Benutzern in den USA zugänglich. Der Speicherplatz in der Cloud soll weiterhin kostenlos zugänglich bleiben.

 

Im Gegensatz zu Apple und Amazon stellt Google den Usern Speicherplatz für bis zu 20.000 Musiktitel gratis zur Verfügung. Der Suchgigant ist Partnerschaften mit drei der vier größten Musik Labels aus den USA eingegangen, Warner Music ist nicht darunter zu finden. Ebenso wurden Kooperationen mit Unabhängigen Künstlern gestartet, diese Partnerschaften werden dazu genutzt um den Usern qualitativ hochwertige MP3-Dateien anzubieten. Google erhält eine Umsatzbeteiligung von 30% für jede verkaufte Datei.

 

Google hat einen harten Kampf vor sich, wenn es sich gegen Apple in diesem Bereich behaupten möchte. Dieser Markt wird im Moment von Apple iTunes beherrscht. Um konkurrenzfähig zu sein, möchte Google dem MP3-Store zusätzliche Features hinzufügen sowie exklusive Inhalte anbieten. Mit diesen Angeboten hofft sich der Suchgigant User für Google Music gewinnen zu können, gleichzeitig sollen so auch neue Benutzer für Android oder Google+ gewonnen werden.

 

In diesem neuen Music Store, der jetzt im Android Market zugänglich ist, stehen bereits 8 Millionen Songs zur Verfügung und die Zahl soll in den kommenden Wochen auf 13 Millionen ansteigen. Trotz dieser großen Musikauswahl liegt der Service damit immer noch 7 Millionen Lieder hinter der Konkurrenz iTunes. Der Store von Apple hat Partnerschaften mit allen vier großen Musik Labels abgeschlossen sowie den meisten Indie-Labels und hat es vor zwei Jahren geschafft die Beatles an Bord zu holen. iTunes besteht seit 2003 und der Service hatte lange genug Zeit um seinen Katalog aufzubauen sowie zu erweitern. Der Google Music Store ist seit gestern aktiv und es wird sehr schnell versucht zu den Konkurrenten Apple sowie Amazon aufzuschließen.

 

Um Zuhörer für sich zu gewinnen, bietet Google hochwertige Audiotitel, freien Speicherplatz, einige einzigartige soziale Funktionen und Künstler Exklusivität. Wie erwartet ist Google Music mit Google+ integriert, dem junge soziale Netzwerk des Unternehmen, das zunehmend in den Mittelpunkt der Google-Produkt-Strategie rückt. Nutzer können Musik über Google+ teilen und diese Lieder stehen dann den eigenen Freunden kostenlos zum Anhören zur Verfügung. Dies gilt natürlich auch, wenn ganze Alben auf Google+ geteilt werden.

 

Um ihr Produkt attraktiver gestalten zu können, hat Google einige Künstler genannt, die ihre neuen Kunstwerke exklusiv auf Google Music anbieten. Das neue Studioalbum von Rapper Busta Rhymes wurde exklusiv beim Google Dienst veröffentlicht und einige andere Künstler wie Pearl Jam oder die Rolling Stones haben exklusive Live-Alben in diesem Service veröffentlicht. Bemerkenswerterweise haben auch einige Künstler wie Coldplay auf Google Music Inhalte bereitgestellt, obwohl diese vor kurzem ihre Songs von Spotify aufgrund von Bedenken wegen niedrigen Lizenzgebühren entfernt haben.

 

Obwohl Google mit den meisten großen Labels zusammenarbeitet, könnte ein Teil von dem was der Service anbietet, dazu beitragen, dass die Bedeutung der Plattenfirmen sowie andere Reliquien der Musikindustrie aus dem 20. Jahrhundert weiter untergraben wird. Über den Künstler Hub gibt Google Music den Musikern Werkzeuge in Hand mit denen sie sich vermarkten und ihre Musik direkt an Fans verkaufen können. Zu einer einmaligen Gebühr von 25 Dollar (18,52 Euro) kann sich ein jeder Künstler ein Profil im Service erstellen um eine unbegrenzte Zahl von Musik hochzuladen, diese mit eigenen Preisen zu versehen und Fotos zu verwalten.

 

Diese Funktion kann sich als eine rentable Einnahmequelle für aufstrebende Künstler sein. Viele Musiker stehen den niedrigen Lizenzgebühren von Streaming-Diensten wie Spotify und RDIO skeptisch gegenüber. Genau wie Künstler, die bei den großen Labels vertreten sind, erhält Google auch von den unabhängigen Künstlern 30% ihrer Verkäufe pro Musiktitel.

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