Google kauft 25.000 Patente mit angeschlossener Handyproduktion

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Google kauft 25.000 Patente mit angeschlossener Handyproduktion

 

Google begründet den Kauf von Motorola damit, Android schützen zu wollen. Die Hauptmotivation für den Kauf waren also wahrscheinlich die etwa 25.000 Patente von Motorola.

 

(15.8.2011, 17:05) Seit rund einem Jahr ist ein ständig heftiger werdender Kampf zwischen  Apple, Microsoft und den Android-OEMs ausgebrochen. Die Unternehmen werfen einander die Verletzung von Patenten vor. Google hat sich bisher weitgehend aus dem Kampf herausgehalten. Der Entwickler von Android wurde heftig dafür kritisiert, kein eigenes Portfolio an Patenten aufgebaut zu haben, mit dem es den Klagen von Apple und Microsoft entgegentreten hätte können.

Google war auch in Kreuzfeuer geraten, weil es bei der Versteigerung der Patente von Nortel nicht mitgegangen war und diese einer Gruppe rund um Apple und Microsoft überlassen hatte. Dabei ging es um rund 6.000 Patente, für die insgesamt 4,5 Milliarden Dollar auf den Tisch geblättert wurden. Google hat im Rückblick diese Versteigerung offenbar nie ernst genommen. Das Gebot von Pi Milliarden Dollar (3,14 Mrd) ist wohl damit zu erklären, dass man schon recht weit in den Verhandlungen mit Motorola war.

Ende Juli gab Google dann den Erwerb von 1.030 Patenten von IBM bekannt, was aber von Experten als bei weitem nicht ausreichend angesehen wurde. Dennoch erklärten Google Executives immer wieder ihre OEMs ausreichend schützen zu wollen und das auch zu können. Nun wird verständlich, was sie dabei im Sinn hatten: 25.000 Patente von Motorola. Davon sind 17.000 bereits erteilt und 7.500 sind angemeldet.

Die Rechnung fällt dabei für Google nicht so schlecht aus. Während Microsoft und Apple pro Patent 750.000 Dollar bezahlt haben, kostet Google ein Patent gerade einmal 500.000 Dollar. Und als Dreingabe erhält Google noch einen Mobilfunker mit 3,3 Milliarden Umsatz im Q2, allerdings bei 56 Millionen Dollar Verlust.

Motorola produziert 8 – 9 Millionen Handys pro Quartal, davon sind rund zwei Drittel bereits Smartphones. Das Unternehmen ist jeweils die Nummer 3 im US-Markt sowie in China.

Im Conference Call, in dem Googles Top-Leute den Deal erläuterten, wurde mindestens 6 Mal erwähnt, dass damit Android geschützt werden sollte. Wahrscheinlich hat Google gemeinsam mit anderen Erzeugern wie Samsung oder HTC jetzt jeweils genug Patente in der Hand um Apple oder Microsoft in die Knie zwingen zu können.

Fraglich ist allerdings, wie die anderen nun die Konkurrenz durch Google sehen werden. Google will Motorola als selbständiges Unternehmen weiterführen und es genauso behandeln wie die anderen Android OEMs. Aber es wäre natürlich durchaus denkbar, dass etwa Samsung sein ohnehin schon sehr erfolgreiches eigenes Betriebssystem Bada noch stärker promotet.

Für Microsoft ist der Deal jedenfalls nicht schlecht, denn sie bieten eine neutrale Alternative – zumindest solange sie nicht Nokia kaufen. Neuerlich ins Spiel kommen könnte MeeGo, das von Nokia verlassene aber von Intel weiter promotete Linux-basierende OS. LG, ZTE und Huawei hatten sich bereits zu MeeGo entschieden. Nun könnten HTC und Sony Ericsson noch folgen.

Jedenfalls – die Prognosen von Analysten für die Marktentwicklung bis zum Jahr 2015 werden angesichts solcher Entwicklungen immer unglaubwürdiger.

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