Geheime Finanzdaten von Österreichern bald auf WikiLeaks

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Geheime Finanzdaten von Österreichern bald auf WikiLeaks [Update]

 
 

Wie WikiLeaks heute bekannt gibt, werden morgen sensible Daten aus einer Schweizer Bank über 2.000 reiche Personen und Unternehmen übermittelt. Auch Österreicher sollen sich darunter befinden.

(16.1.2011, 10:45) Über seine inoffizielle Informationsseite WL Central gibt WikiLeaks bekannt, dass es morgen, Montag 17.1., von Rudolf Elmer, einem früheren COO der Schweizer Bank Julius Baer, 2.000 geheime Daten über die Reichen und Berühmten erhalten wird. Es handelt sich um Offshore Bank Details von sehr reichen Personen und Unternehmen, die massive Steuerhinterziehungen begangen haben sollen. Darunter sollen sich auch 40 Politiker befinden, unter anderem werden als Länder explizit Österreich, Deutschland, USA und UK genannt.

 

Die Übergabe soll laut The Guardian am Montag im Frontline Club in London stattfinden. Elemer ist am weg von seinem Exil in Mauritius zu einem Prozess in die Schweiz, der am 19. Jänner beginnt. Elmer war der Chief Operating Officer der Bank Julius Baer auf den Cayman Islands, die ihn beschuldigt, diese Information gestohlen zu haben.

 

Elmer gibt als Begründung an, dass mit der Datenübergabe an WikiLeaks „die Gesellschaft erzogen werden soll“. Er ist einer der wenigen Banker, die einige Aktivitäten der Finanzbranche als unprofessionell, unmoralisch und sogar potenziell als kriminell brandmarken.

 

Die Liste umfasst nicht nur Politiker, reiche Individuen, multinationale Konglomerate und Finanzinstitutionen wie Hedgefonds, die „Geheimhaltung als Schutz nutzen um Steuern zu hinterziehen“.

 

Elmer gehört zu den Gründern von Swiss Whistleblower, auf dessen Website schon viele Missbräuche eingegangen sind und Daten angeliefert, insbesondere aus dem Finanzbereich von Deutschland und der Schweiz.

 

[Update 17.1. 15:00] Die Pressekonferenz im Londoner Frontline Club ist eben zu Ende gegangen. Rudolf Elmer hat die beiden CDs vorgezeigt, die er an WikiLeaks übergeben hat. Eingangs macht WikilLeaks Chefredakteur Julian Assange ein Statement, dass er nicht wisse, wer die Quelle der Daten sei. Ob das so zu interpretieren sei, dass Elmer nur der Überbringer sei, wurde jedoch nicht klar.

 

Assange berichtete, dass die Bank Julius Baer, für die Elmer früher tätig war, im Jahr 2008 bei einem US-Gericht versucht hatte, eine Sperrung der wikileaks.org Domain zu erreichen. Dies sei aus Gründen der Pressefreiheit abgelehnt worden. Damals realisierte WikiLeaks laut Assange, dass die gleichen Techniken, die es gegen chinesische Zensur entwicklet hatte, auch in den westlichen Ländern benötigt würden.

 

Assange erklärte, er werde einen sicheren Weg beschreiten und die Daten über die Schweizer Bank nicht unredigiert freigeben. Professionelle Journalisten würden zunächst Einblick erhalten und die Quelle der Informationen müsse geschützt werden, bevor eine Veröffentlichung möglich sei. Wann die Daten zugänglich sein werden, blieb daher offen.

 

Bezüglich der Botschaftsdepeschen bestätigte Assange, dass erst 2 bis 3% veröffentlicht worden sei und die Freigabe weiterer Daten in den nächsten Monaten fortgesetzt werde.

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Reaktionen auf diesen Artikel



Dataminer, 17.01.2011
Gibt...
...es für diese Behauptung Links oder ähnliches? Ich für meine Teil sehe es als ganz interessant an, mit welchen Beträgen Stiftungen und ähnliche Konstruktionen durch Hilfsgelder und/oder andere Förderungen unterstützt werden. Außerdem ist es auch nicht uninteressant, welche Persönlichkeiten Ihre Gelder dort geparkt haben. Wir wissen ja, das auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Politikern nicht unbeträchtliche Vermögen dort geparkt haben. Es ist ja schon lästig, wenn man unter den gleichen Gesetzen und Vorschriften zu leiden hat wie der gemeine Bürger. Wo kommen wir denn da hin! ;-)


hix, 17.01.2011
Kein Unschuldslamm
So unschuldig wie er tut ist der Herr Elemer auch nicht. Angeblich soll er die Daten ja nur an Wikileaks weitergegeben haben weil die Banken nicht die geforderten 50000¤ für sein Stillschweigen bezahlt haben.
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