(7.11.2011, 13:10) Laut einer aktuellen Prognose des IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner werden die IT-Ausgaben der Unternehmen in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) im Jahr 2011 604 Milliarden Euro erreichen. Das entspricht einem Rückgang um 1,4 Prozent im Vergleich zu 2010. In 2012 werden die IT-Ausgaben der Unternehmen in dieser Region um 2,3 Prozent ansteigen. Westeuropa wird zu dem langsameren Wachstum in EMEA auch bis 2015 weiterhin beitragen.
„Die zweite Rezession trifft uns bald und CIOs müssen entscheiden, welchen Weg sie einschlagen", erklärte Gartners Forschungschef Peter Sondergaard in Barcelona. "Die anhaltend unsichere Weltwirtschaftslage und die Krise der Eurozone werden Ihr IT-Budget im Jahr 2012 beeinflussen und Ihr Geschäft vor schwierige Budget-Entscheidungen stellen. Welche Wahlmöglichkeiten Sie haben, hängt von ihrer geografischen Lage, Ihrer Branche und der Stärke Ihres Unternehmens ab, wenn der Sturm ankommt."
Die Gartner Analysten untersuchen zentrale Fragen der IT-Industrie auf dem Gartner Symposium/ITxpo 2011 vom 7.-10. November in Barcelona. Auf Westeuropa entfallen 80 Prozent der IT-Ausgaben der EMEA-Region. Die Unternehmensausgaben für IT sollen dort laut Gartner heuer um 1,8 Prozent sinken und 2012 nur um 1,5 Prozent steigen. 2011 entfällt der größte Anteil der IT-Investitionen in Westeuropa auf die Verwaltungen inklusive des Bildungssektors mit 20 Prozent der Gesamtausgaben. Dieser wichtige Sektor wird Gartner zufolge heuer um 4,8 Prozent und 2012 um 1,7 Prozent zurückgehen und nicht vor dem Jahr 2015 zur Stärke von 2010 zurückfinden.
„CIOs müssen jetzt ein realistisches Budget erstellen, um unabhängig vom Marktwachstum von der Spitze weg führen zu können", ergänzt Sondergaard. "Bis 2014 werden CIOs die effektive Kontrolle über ein Viertel der IT-Ausgaben ihrer Firmen verlieren. Und bis 2017 haben womöglich die Chief Marketing Officers ein höheres IT-Budget als CIOs."
Es sei an der Zeit, dass die CIOs wieder die Führung übernehmen und ihre Rolle neu erfinden, sagt Gartners Forschungschef. Der Dinge brauche der "neue CIO": ein postmodernes Geschäftsverständnis, Einfachheit und "kreative Zerstörung".