Gartner: Tablets und Smartphones bedrohen den PC-Markt

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Gartner: Tablets und Smartphones bedrohen den PC-Markt

 
 

Eine neue Studie des Marktforschungsinstituts Gartner zeigt, dass der PC-Makt deutlich wegen Tablets und Smartphoneverkäufen abnimmt. Im vierten Quartal 2011 wurden 16 Prozent weniger PCs in Europa verkauft. Auch Canalys veröffentlichte Ergebnisse, die deutlich zeigen, dass Smartphones auf den Vormarsch sind.

 

(08.02.2012, 12:00) Der Boom von Tablets, Smartphones und E-Book-Readern führt zu einem deutlichen Einbruch der PC-Verkäufe. Anscheinend richtet sich die Aufmerksamkeit der Kunden derzeit auf andere Geräte und nicht auf PCs. Im vierten Quartal 2011 wurden weniger Rechner verkauft als andere mobile Geräte wie Smartphones, Tablets und E-Book-Reader. Insgesamt konnten nur 58,5 Millionen Rechner im letzten Quartal abgesetzt werden, was einem Rückgang der PC-Verkäufe um 16 Prozent entspricht.

Vor allem in Europa und den von der Finanzkrise betroffenen Ländern brach der Markt für PCs spürbar ein. Laut Gartner wurden in Italien, Griechenland, Spanien und Portugal bis zu 30 Prozent weniger Geräte verkauft als im Vorjahr. Als PCs gelten in der Gartnerstudie herkömmliche Stand-PCs, ohne Tablets.

Die sinkenden Absatzzahlen haben natürlich einen Rückgang des Marktanteils der großen PC-Hersteller zur Folge. HP, noch immer Top-PC-Hersteller, verkaufte 15,7 Prozent weniger Geräte als im Vorjahr. Auch Acer musste einen Rückgang von ganzen 46,1 Prozent hinnehmen. Zulegen konnte lediglich Asus, wobei nur 1,5 Prozent mehr PCs als zum Vorjahr verkauft wurden und Lenovo mit + 13,9 Prozent. Die Zunahme bei Lenovo soll aber in erster Linie auf die Übernahme von Medion zurückzuführen sein.

In Deutschland ist der PC-Markt nicht so stark von Absatzrückgängen betroffen. Zwar wurden im vierten Quartal insgesamt 8,2 Prozent weniger Rechner verkauft, allerdings konnten in 2011 zumindest in zwei Quartalen in Folge mehr PCs abgesetzt werden. Verloren haben alle Hersteller mit Ausnahme von Dell. Das Unternehmen konnte im Vergleich zu 2010 ein Plus von 12,5 Prozent verzeichnen.

Apple konnte sich in Deutschland beim PC-Abssatz keinen Platz unter den ersten fünf Herstellern sichern, erlangte aber in Frankreich (Platz 5) und in Großbritannien (Platz 4) eine bessere Position.

Ergebnisse Canalys

Auch die Ergebnisse des Marktfosrschungsinsituts Canalys zeigen ein ähnliches Bild für das vierte Quartal 2011. Die weltweiten Smartphone-Lieferungen übersteigen in diesem Zeitraum das Volumen von PCs (diesmal inklusive Tablets) zum ersten Mal.

Hersteller von Smartphones konnten 158,5 Millionen Geräte im vierten Quartal absetzen, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 57 Prozent entspricht. Im Jahr 2011 konnten insgesamt 488 Millionen Einheiten verkauft werden, ein Plus von 63 Prozen gegenüber 2010 mit 299,7 Millionen gelieferten Smartphones.

Der weltweite PC-Markt hingegen hat sich in eine gegenteilige Richtung entwickelt. Hier kam es weltweit zu einem Wachstum von lediglich 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem Pads konnten hier aber zulegen, und zwar um 274 Prozent.

In 2011 zeigte sich eine geringere Nachfrage nach Netbooks und eine nur gering steigende nach Notebooks und Desktop-PCs. Dies ist eine direkte Konsequenz der steigenden Nachfrage nach Pads, so die Analysten.

Allerdings hat die Zunahme der Nachfrage nach Pads keinen bedeutenden Einfluss auf die Smartphoneabsätze. Die weltweiten Smartphonelieferungen konnten kontinuierlich und deutlich zunehmen, was dazu führt, dass die Smartphonelieferungen jene von PCs eindeutig überholen.

In wenigen Jahren konnten sich Smartphones damit von einem Nischenprodukt zu einem Produkt etablieren, das einen neuen Massenmarkt begründet. Die Verfügbarkeit einer Vielzahl günstigerer Modelle, sowie das Bedürfnis der Nutzer, auch unterwegs auf das Internet zuzugreifen, haben dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Allerdings erwarten die Analysten von Canalys für 2012 ein geringeres Wachstum des Smartphonesegments, da Hersteller sich mehr auf Profitabilität konzentrieren werden und eine größere Kostendisziplin an den Tag legen werden. Auch solche Hersteller, die bisher ihren Fokus auf die Produktion günstiger Smartphonemodelle gerichtet haben, wie Huawei, ZTE und LG, werden in Zukunft mehr Aufmerksamkeit auf den High-End-Markt legen.

Apple konnte im vierten Quartal 2011 einen Rekordabsatz, sowohl bei Smartphones als auch bei Client-PCs hinlegen. 37 Millionen iPhones, 15,4 Millionen iPads und 5,2 Millionen Macs wurden in diesem Zeitraum abgesetzt. Dies bricht auch den Rekord eines jeden anderen Herstellers in einem Quartal und selbst Nokia konnte nun zum ersten Mal vom ersten Platz verdrängt werden. Im Gesamtjahr konnte Apple 93,1 Millionen iPhones absetzen, was einem Wachstum von 96% im Vergleich zu 2010 entspricht. Vor allem das iPhone 4S hat zu diesem Boom beigetragen.


Auch Samsung konnte mit einem unglaublichen Absatz für das letzte Quartal 2011 überzeugen. 35,3 Millionen Smartphones in den letzten drei Monaten und 91,9 Millionen Geräte im Gesamtjahr 2011 stellen ein enormes Wachstum zum Vorjahr dar. Und dabei sind die Absätze von Produkten wie dem Nexus S und dem Galaxy Nexus noch nicht mal miteinberechnet, da diese von Canalys zu Google gezählt wurden.

Trotz des enttäuschenden Finanzergebnisses konnte Nokia im vierten Quartal 2011 insgesamt 19,6 Millionen Smartphones absetzen, was zwar verglichen zum Vorjahr einen Rückgang von 31 Prozent enstpricht, im Vergleich zum dritten Quartal aber zumindest einen Anstieg um 17 Prozent. In 2011 konnte das Unternehmen weltweit insgesamt 77,3 Millionen Smartphones ausliefern.

 

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