(11.12.2011, 11:52) Im Teil 1 des Testberichtes sind wir relativ rasch bei den Innereien des Galaxy Nexus gelandet. Jetzt aber nochmals zurück zu den Äußerlichkeiten. Schon auf den ersten Blick erkennt man das Mitglied der Galaxy Familie. Farbton, Glasoberfläche vorne samt der Umrahmung und das geriffelte Plastik auf der Rückseite machen das Nexus sofort als zur Galaxy Serie gehörend erkennbar.
Doch gibt es Unterschiede zum S2. Das Nexus ist leicht gebogen, die Ecken sind wesentlich stärker gerundet und es ist deutlich länger. Der Plastikdeckel mit der „Hyperskin“ genannten Strukturierung auf der Rückseite vermittelt nun einen noch besseren Grip und Rutschfestigkeit auf glatten Oberflächen.
Es ist deutlich länger als das S2, bleibt aber schlank. Damit liegt es gut in der Hand und das ganze Display ist mit dem Daumen erreichbar. Ich halte Smartphones immer in der linken Hand und bediene sie meist mit dem Daumen. Beim Nexus geht sich das mit meiner Handgröße gerade noch aus.

Hier sieht man die leichte Biegung, sowie den Ein-/Ausschalter. Die drei Kupferkontakte sollen für einen Tischständer gehören, über den eine Aufladung erfolgen kann.

Im Vergleich zum Galaxy S2 und iPhone 4 ist das Nexus deutlich größer. Das Smartphone selbst ist mit 13,6 mal 6,8 Zentimetern ziemlich groß. Bei der Dicke hat Samsung offenbar um jeden Millimeter gekämpft. Herausgekommen ist dabei eine Bauhöhe von gerade einmal 8,9 Millimetern. Zum Vergleich: Das iPhone 4S ist 9,3 Millimeter dick.
Hervorragende Noten im Benchmark
Im Browsermark-Test (brmark) schlägt das Galaxy Nexus mit 99.312 Punkten die in dieser Kategorie bislang führenden Geräte iPhone 4S und HTC Sensation XL deutlich. Auch im Vellamo-Benchmark für Android-Modelle erzielt es einen neuen Bestwert. 1.071 Punkte trotz einer Nullrunde in der Flash-Kategorie (wird laut Google und Adobe im Dezember nachgereicht) sprechen für ein optimales Zusammenspiel zwischen Hard- und Software. Augenscheinlich bewahrheitet sich Googles Versprechen, Android 4.0 werde eine deutlich verbesserte Hardware-Beschleunigung bieten.
Der 1.750 mAh starke Akku lädt in 115 Minuten auf. Er zeigte sich im Test recht langlebig. Im Kampf gegen das stromhungrige Display hielt die Handy-Batterie im Online-Betrieb knapp sieben Stunden durch - ein guter Wert. Und im Dauertelefonat mit voller GSM-Sendeleistung liegt das Nexus mit knapp sechs Stunden im oberen Mittelfeld.
Kamera und Akustik
Die im Galaxy Nexus verbaute Kamera bietet im Vergleich zum iPhone 4S und Galaxy SII (8-Megapixel) nur eine Auflösung von 5 Megapixel. Eine höhere Auflösung bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass man damit auch die besseren Fotos aufnehmen kann. Die Lichtempfindlichkeit und weitere technischen Fähigkeiten beeinflussen die Darstellungsqualität ebenfalls. In Sachen Frontkamera bietet es mit 1,3 Megapixel im Vergleich zum iPhone 4S, das nur VGA-Auflösung für Videotelefonate darstellt, mehr Leistung
Was ich bei der Kamera mag, ist die verbesserte Bedienung. Alle Bedienelemente sind nun am Touchdisplay zu finden, auch das sehr gute Zoom ist nun per Touch zu bedienen. Die Qualität der Fotos ist absolut in Ordnung. Die 5-Megapixel-Kamera produziert bei Tageslicht durchaus scharfe und hübsche Bilder. Auch bei Kunstlicht erhält man ziemlich farbechte und scharfe Bilder. Das Testvideo des verbauten 1080p-Camcorders fällt etwas rauschig, aber sehr scharf und farbecht aus.


Nachdem man ein Foto gemacht hat, kann man sofort in ein kleines Bearbeitungstool anwenden. Dieses bietet eine Reihe von Werkzeugen: Zuschneiden, Rote-Augen-Korrektur, Beauty-Filter, Entzerren, Rotieren, Spiegeln und Schärfen. Außerdem gibt es Einstellungen zu Farbtemperatur, Sättigung und einen Sepia-Effekt. Alles in allem stehen 16 Farb- und Stileffekte sowie vier verschiedene Optionen zum Anpassen des Lichts zur Verfügung.
Die Sprachqualität bewegt sich insgesamt auf ordentlichem Niveau. Beide Gesprächspartner verstanden den Gegenpart im Akustiktest gut. Auf Handy-Seite stellten wir ein minimales Hintergrundrauschen fest. Der Freisprecher ist aber leider wie bei den meisten Handys eher mühsam. Um unteren Ende finden sich Mini-USB und Kopfhörerbuchse.
An fortgeschrittener Technologie haben Google und Samsung einiges ins Nexus gepackt. NFC per Android Beam überträgt beispielsweise in Sekunden Inhalte von einem Handy zum anderen, eine LED informiert über neue Mails, SMS oder Termine. Sogar wenn ich in Twitter eine Antwort erhalte und Seesmic diese geladen hat, blinkt es blau unten in der Mitte. Die HD-Frontkamera dient neben Videotelefonaten auch zum Entsperren via Gesichtserkennung, was meist gut funktioniert.

Google-Funktionen und Apps
Fans der diversen Google-Dienste werden hier sicherlich glücklich. Google Talk, YouTube, Google Sprachsuche, Google Latitude, Google Places, Google Maps inklusive Turn-by-Turn-Navigation, Google Messenger und Google+ - alles findet sich praktisch verpackt in einem Ordner am Homescreen.
Der Kalender ist nun noch mehr an den Google Kalender angelehnt und lässt sich leider noch nicht mit meinem Lieblingstool Funambol mit Outlook synchen. Maps ist soweit ich das sehe unverändert gegenüber früheren Android Versionen. Die 3D Darstellung hat sich in den Städten weiter ausgebreitet und in „Labs“ finden sich nun so nette Gimmicks wie die Möglichkeit zur Berechnung von Entfernungen.


Browser
Noch gestern habe ich den Dolphin HD dem mitgelieferten Browser vorgezogen. Doch leider stürzt Dolphin zuverlässig ab, spricht man ihn aus irgendeinem anderen Programm, z.B. der Google Suche an. Deshalb doch noch einige Worte über den mitgelieferten Browser, der nun Browser und nicht mehr wie früher Internet heißt.
An der Optik hat sich nicht viel verändert. Es gibt jetzt einen Button, um die Desktop-Version einer Webseite anzeigen zu lassen. Außerdem synchronisiert die Software jetzt auch Bookmarks mit dem Rechner. Weitere Features sind ein Offline-Modus, der Webseiten abspeichert, eine History sowie die Möglichkeit, Seiten mit anderen zu teilen und Homepages nach Text zu durchsuchen. Der Browser unterstützt außerdem bis zu 16 Tabs gleichzeitig. Zusammen mit der ausführlichen Konfiguration, mit der sich der Webkit-Browser an den eigenen Geschmack anpassen lässt, steht die Surfsoftware ihren Desktop-Geschwistern kaum nach.
Wie die meisten Desktop-Browser bietet jetzt außerdem auch bei Ice Cream Sandwich einen Inkognito-Modus. Alle Seiten, die der Anwender hier ansurft, tauchen weder in der History auf noch hinterlassen sie irgendwelche Cookies. Was zuvor mit Third-Party-Software möglich war, hat Google jetzt im Betriebssystem verankert.
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