Mit dem Erfolg des Social Networks Facebook kommen auch neue Fragen auf. Über die Eltern-Kind-Beziehung im Social Web gibt eine aktuelle Studie Aufschluss.
(New York, 26.08.2010) Wer Facebook nutzt, macht sich wahrscheinlich auch früher oder später über seine digitalen Familienbande Gedanken. Sollte man sich mit dem Cousin "anfreunden", mit dem man schon vor Jahren das letzte Wort gesprochen hat oder sich gar die Eltern beziehungsweise Kinder als "friends" in die digitale Sphäre holen?
Bluts-Freunde
Laut einer Umfrage vom Marktforschungsinstitut Nielsen sind drei Viertel der Eltern auf Facebook mit ihren Kindern befreundet. Befragt wurden insgesamt 1024 Eltern und 500 Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren. Fast 30 Prozent der Kinder gaben an, dass sie sich gerne mit ihren Eltern "entfreunden" würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Zudem zeigte die Analyse dass der Facebook-User durchschnittlich 130 Freunde hat, Teenager haben aber meist wesentlich größere Freundeslisten. Dass die Eltern darauf auch aufscheinen, ist nicht immer auf freiwilliger Basis zustande gekommen. Laut der Umfrage war für 41 Prozent der befragten Haushalte die "Befreundung" mit den Eltern die Bedingung um Facebook überhaupt nutzen zu dürfen. Fast die Hälfte der Kinder meinte, dass sie es bevorzugen würden mit den Eltern privat im Web befreundet zu sein, ohne dass diese auf ihre Pinnwand posten können. Mehr als die Hälfte der Kinder gab an, nicht alle Menschen persönlich zu kennen, mit denen sie über die Sozial-Plattform befreundet sind. 41 Prozent der Eltern meinten, dass sie lediglich die Hälfte oder noch weniger Facebook-Freunde ihrer Kinder kennen. 20 Prozent der Eltern haben ihrem Kind bereits einmal auferlegt, einen Facebookfreund "entfreunden" zu müssen.