(24.3.2011, 11:20) Anzeigen sind die größte Einkommensquelle für Facebook. Seit es das Internet gibt versuchen Werbetreibende die Interessen des Nutzers möglichst genau zu treffen. Beispiele dafür sind Googles AdSense und das Tracking von Benutzerverhalten durch Cookies. Vor allem letzteres wird im Moment immer mehr erschwert durch die in den neuen Browsern eingebauten Do-Not-Track Funktionen.
Facebook will aber nun offenbar ganz neue Wege gehen. Laut AdAge wird derzeit bei einem Prozent der Facebooker, also bei rund 6 Millionen Nutzern, eine neue Methode des Targeting in Echtzeit getestet.
Das neue Feature erkennt, ob ein User bestimmte Schlüsselworte in Statusmeldungen, Links oder Kommentaren eingibt. Wird eines erkannt, dann wird sofort eine dazu passende Werbung angezeigt. Schreibt also etwa ein Nutzer „Ich gehe laufen“ so bekommt er dazu sofort eine Werbung eines Sportartikelherstellers über Laufschuhe angezeigt, oder - wie hier rechts zu sehen ist - Werbung für Laufveranstaltungen oder Reisen. Kündigt man an Schwimmen zu gehen, kommen ebenfalls passende Inserate, die mit der Webseite des Werbers verbunden sind.


Für die Werbebranche ist das natürlich ganz hervorragende Targeting-Möglichkeiten darstellen. Offenbar will Facebook nun einerseits testen, ob diese Art der Auswertung schnell genug für die Anzeige von gezielter Werbung funktioniert - was sie aber offenbar tut. Und andererseits will man natürlich sehen, ob und wie User solche Werbung annehmen und dann auf das Sujet klicken.
Werbekampagnen großer Marken wie Ford oder Kia sollen angeblich extrem erfolgreich gewesen sein. Aber einige Marktresearcher haben festgestellt, dass die Click-through Rate bei Facebook abnormal gering ist, nämlich nur 0,051%, während im Web im Schnitt derzeit etwa 0,1% erreicht werden.
Eine Vorstufe des Ad-Targeting gibt es in Facebook bereits. Es finden sich bisweilen in der rechten Spalte Seitenvorschläge auf Grund von Keywords in Statusmeldungen und Pinnwand-Einträgen. Diese beziehen sich aber bislang nur auf innerhalb von Facebook existierenden Seiten.
Völlig offen ist, wie derartige Werbung aus datenschutzrechtlicher Sicht zu beurteilen ist. Denn man hat ja in seinen Privatsphäre-Einstellungen festgelegt, wer was zu sehen bekommen soll. Ob durch gezielte Werbung, die ja die Mitteilung zumindest eines Teils der Inhalte an Werbetreibende erfordert, gegen bestehendes Recht verstoßen wird, wird wohl noch Gegenstand zahlreicher Diskussionen sein.
Wenn man sich aber die Tendenzen selbst in den USA ansieht, die auch auf politischer Ebene massiv die Do-Not-Track Funktionalität fördern, so ist wohl zu erwarten, dass solche Art der Werbung nur bei einem Opt In des Users zulässig sein wird.