Software-Patente sind begehrte Waren. Nun hat sich Facebook das gesamte Patentportfolio von Social-Media-Urvater "Friendster" einverleibt.
(Palo Alto, 06.08.2010) Der Erwerb der Rechte an der Benutzungssoftware von Friendster stellt einen wichtigen strategischen Schritt von Facebook dar. Zum Schutz vor Konkurrenz hat Facebook die Softwarepatente des Community-Urgesteins Friendster aufgekauft. Es handelt sich dabei um die größte Akquisition von Facebook, für die 40 Millionen US-Dollar an den Friendster-Eigentümer MOL Global gingen.
Elementare Anwendungen
Das Portfolio enthält Lizenzen zahlreicher Kernanwendungen der Plattform, sowie sieben Patente und elf Patentanmeldungen. Mit dem Besitz von Patenten für fundamentale Anwendungen wie Freundeslisten, News-Feeds oder Verwaltungssysteme für Online-Gemeinschaften sichert sich Facebook gründlich vor der Konkurrenz ab. Strategisch ist der Schritt deshalb, da diese Software bei allen Online-Communities eingesetzt wird und der Rechte-Inhaber der Konkurrenz durch eine Patent-Klage enorm einheizen kann. Bei Entzug der Benutzungssoftware würden schließlich notwendige Grundelemente fehlen, die typisch für eine Online-Community sind.
Auf Facebook verkauft MOL Global virtuelle Zahlungsmittel für Online-Spiele. Friendster ist nur noch in Asien verfügbar und wurde 2009 für 39,5 Millionen US-Dollar an das malaysische Unternehmen MOL verkauft.
Über Friendster
2002 gegründet und hauptsächlich im englischsprachigen und asiatischen Raum verbreitet, war Friendster das erste webbasierte Soziale Netzwerk. Bis 2004 galt es als größte Online-Community, bis es schließlich vom ebenfalls 2002 gegründeten MySpace von der Marktspitze verdrängt wurde. Nach zwei Finanzspritzen im Jahr 2003 und 2005 verlor Friendster nichtsdestotrotz erheblich an Marktwert. 2006 wurde Friendster ein 2003 beantragtes Patent zugesprochen, woraufhin eine Lizenzierung dieses Patents als neuer Geschäftszweig aufkam. Dabei handelte es sich um ein Patent zur Berechnung und Darstellung von Freundschaftsbeziehungen im Bereich Social Media.