Facebook & Co erfordern Umdenken an Österreichs Schulen

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Facebook & Co erfordern Umdenken an Österreichs Schulen

 

Saferinternet gibt Ratschläge wie Jugendliche mit Social Networks umgehen sollte und hat auch Initiativen an den Schulen und mit Lehrern gestartet.

(4.2.2011, 12:30) In der Freizeit ist die Nutzung von Facebook & Co für Jugendliche bereits selbstverständlich. Aber auch an Österreichs Schulen spielen soziale Netzwerke zunehmend eine größere Rolle. Lehrende setzen digitale Medien immer häufiger als modernes Unterrichtsmittel ein und diskutieren vermehrt die sichere Nutzung des Internet in Österreichs Klassenzimmern. Trotzdem herrscht nach wie vor großer Informationsbedarf. Saferinternet.at hat daher gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium das Safer Internet-Aktions-Monat ausgerufen. Die österreichische Initiative bietet Workshops, nützliche Tools wie ein Online-Quiz, einen Facebook-Check sowie Unterrichtsmaterialien an.

 

Der kompetente Umgang mit dem Internet ist zur Voraussetzung für Erfolg am Arbeitsmarkt sowie für die Teilnahme an der Wissensgesellschaft geworden. Immer mehr Schulen stellen sich dieser Herausforderung und fördern gezielt den Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Soziale Netzwerke unterstützen neue Formen des Lernens in der Gruppe und fördern die Motivation der Schüler. Deren Einsatz verlangt aber auch die Vereinbarung klarer Spielregeln und gezielte Maßnahmen zur Förderung von Medienkompetenz. Nur so können die Chancen des Internet optimal genutzt und gleichzeitig Online-Risiken wie Datenmissbrauch, Cyber-Mobbing, Urheberrechtsverletzungen etc. minimiert werden.

 

Jugendliche gehen zu leichtsinnig mit persönlichen Informationen um

Saferinternet.at hat im Vorfeld des Safer Internet Day 675 Lehrende zu ihren Erfahrungen mit Internetsicherheit und Medienkompetenz in der Schule befragt. Beim Schutz der Privatsphäre besteht laut 91 Prozent der befragten Pädagogen der größte Aufklärungsbedarf unter Österreichs Schülern. Bernhard Jungwirth, Projektleiter Saferinternet.at: "Jugendliche können die Folgen einer allzu freizügigen Preisgabe privater Daten oft nur schwer einschätzen. In den Schulworkshops von Saferinternet.at stellen wir regelmäßig mangelndes Bewusstsein dafür fest, dass unüberlegte Veröffentlichungen auf Facebook & Co ein viel größeres Publikum haben als am Schulhof."

 

Belästigungen im Internet (75%) sowie Urheberrechte und Plagiate (74%) liegen laut den befragten Lehrenden an zweiter und dritter Stelle der häufigsten Informationsdefizite bei den Jugendlichen. Das Internet ist zur beliebtesten Recherche-Quelle für Hausaufgaben und Referate geworden. Sechs von zehn Lehrenden (62%) geben jedoch an, dass die Schüler Lernbedarf bei der kritischen Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Online-Inhalten haben. Das Spektrum reicht von der Frage "wahr oder falsch?" über das richtige Einschätzen von Online-Bekanntschaften bis hin zum Erkennen versteckter Online-Werbung.

 

Lehrende fordern mehr Unterstützung für Informationsmaßnahmen

Laut der Studie "EU Kids Online" berichten 78 Prozent der österreichischen Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 9 und 16 Jahren, dass das richtige Verhalten im Internet schon einmal in der Schule besprochen wurde (EU-Schnitt: 73%). Damit leisten die Schulen – ergänzend zum Elternhaus – bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz von Jugendlichen.

 

Trotzdem wünschen sich viele Lehrende mehr Unterstützung rund um das Thema "Safer Internet". 79 Prozent orten bei der Saferinternet.at-Lehrenden-Befragung einen persönlichen Informationsbedarf und möchten mehr über die sichere und verantwortungsvolle Nutzung des Internet wissen. Sie erhoffen sich vor allem didaktisch aufbereitete Unterrichtsmaterialien (77%), rechtliche Informationen (66%) sowie konkrete Vorschläge für Aktivitäten im Unterricht (68%). "Viele Erwachsene haben Bedenken, dass Jugendliche sich mit Facebook & Co besser auskennen als sie selbst. Dabei übersehen sie, dass dies oft nur die technische Nutzungskompetenz betrifft. Im Gegensatz dazu herrschen große Defizite bei der kritischen Reflexion und Beurteilung von Risiken. Daraus ergeben sich hervorragende Möglichkeiten für das generationenübergreifende Lernen – sowohl in der Schule als auch im Elternhaus", erläutert Jungwirth.

 

Großes Interesse am Safer Internet-Aktions-Monat: Schon über 200 Schulen angemeldet

Um die Aufklärung zur sicheren Internetnutzung weiter auszubauen, haben Saferinternet.at und das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur anlässlich des Safer Internet Day 2011 das Safer Internet-Aktions-Monat ausgerufen. Dieses erstreckt sich über den gesamten Februar. Mehr als 200 Schulen haben sich bereits jetzt mit eigenen Projekten rund um die Themen "Internetsicherheit" und "Medienkompetenz" angemeldet. Die besten Ideen werden am 7. April 2011 beim Kongress "Kinder und digitale Medien" prämiert und in Form einer Sammlung von Best Practice-Beispielen anderen Schulen als Anregung zur Verfügung gestellt. Im Vorfeld des Safer Internet-Aktions-Monats wurden im Rahmen der Initiative des Unterrichtsministeriums "Web 2.0 – soziale IT-Netze sinnvoll nutzen" alle interessierten Lehrkräfte und Schulleiter in zahlreichen Workshops für die Begleitung und Betreuung dieser Schulprojekte vorbereitet. Diese fanden österreichweit an den Pädagogischen Hochschulen statt.

 

Workshops, Unterrichtsmaterialien, Info-Videos – Saferinternet.at bringt sichere Internetnutzung an Österreichs Schulen

Nicht nur rund um den Safer Internet Day wird Internetsicherheit und Medienkompetenz bei Saferinternet.at großgeschrieben. Die Initiative unterstützt Österreichs Lehrende das ganze Jahr über mit umfassenden Informationsangeboten. Alleine im Jahr 2010 wurden 700 Workshops und Vorträge für Schüler, Lehrende und Eltern mit Unterstützung von A1 Telekom Austria abgehalten. Österreichs Schulen können kostenlose, didaktisch aufbereitete Unterrichtsmaterialien zu Themen wie "Schutz der Privatsphäre im Internet", "Aktiv gegen Cyber-Mobbing", "Web 2.0 – Das Mitmach-Internet sicher und verantwortungsvoll nutzen" etc. anfordern, die 2011 um das Thema "Gewalt in den Medien" und speziell aufbereitete Unterlagen für Volksschulen ergänzt werden. Ein neues Online-Quiz, ein Facebook-Check, zahlreiche Info-Videos, Broschüren sowie Tipps und Infos auf www.saferinternet.at runden das vielfältige Beratungsangebot von Saferinternet.at ab.

 

Bei der Medienerziehung sind Eltern genauso gefordert wie Schulen

Aber nicht nur die Schule, auch Eltern spielen bei der verantwortungsbewussten Nutzung des Internet eine entscheidende Rolle. Jungwirth: "Eltern sind aufgefordert, sich aktiv mit dem Surfverhalten ihrer Kinder auseinander zu setzen und gerade die Jüngsten beim Einstieg in die Online-Welt zu unterstützen. Aus diesem Grund bietet Saferinternet.at Elternabende und zahlreiche kostenlose Informationsmaterialien an. Noch im Februar wird der neue Elternratgeber 'Sexualität und Internet' vorgestellt."

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