(16. 01. 2012; 15:00) Laut einigen Quellen dürfte der lang erwartete Börsengang des beliebten sozialen Netzwerkes Ende Mai passieren. Sofern Facebook es schafft seine IPO-Dokumente innerhalb des nächsten Monats einzureichen. Die Überprüfung durch die Securities und Exchange Commission dauert gewöhnlich bis zu vier Monaten, sofern alles passt. Groupon reichte bereits im Juni 2011 alles ein und ging erst im November an die Börse.
Auf alle Fälle wird es der größte Börsengang eines Internet-Unternehmens sein. Mit einer Bewertung von 100 Milliarden, ist geplant einen Gewinn von 10 Millarden Dollar mit dem Börsengang zu erreichen. Sollte dies wirklich gelingen, wäre das soziale Netzwerk mehr wert, als die deutschen Konzerne BMW, Adidas und Allianz zusammen.
Dieser Betrag ist auf die steigenden Mitgliederzahlen und Umsatzsteigerungen zurück zu führen. Derzeit fasst Facebook über 800 Millionen Profile. Man erwartet, dass die Milliarde noch in der ersten Hälfte des heurigen Jahres überschritten wird. Im Jahr 2011 betrugen die Einnahmen über 4 Milliarden Dollar und für 2012 wird ein weiteres Umsatzplus erwartet.
In einem Interview betont Mark Zuckerberg abermals, dass es wichtig war, mit dem Börsengang so lange zu warten und dass diese Strategie sich auch als die Richtige erwies. Als er damals an Facebook arbeitete, habe er an einem Produkt und nicht an einer Firma gearbeitet. Er habe aber erkannt, dass die Erweiterung des Teams enorme Vorteile brachte und so sieht er auch den Börsengang, als einen wichtigen Schritt. Um ein starkes Unternehmen aufbauen zu können, müsse man seine Partner auch zufrieden stellen können und das gelingt nur, wenn man weitere Kunden gewinnen kann um so ein stetes Wachstum zu garantieren.
Beobachter meinen hingegen, dass Facebook nichts anderes übrig bleibt, als an die Börse zu gehen, um im Kampf mit Google nicht vollends unter zu gehen. Besonders, da Google letzte Woche „Search plus your world“ vorgestellt hat.
Mark Zuckerberg bleibt auch nach einem Börsengang Repräsentant von Facebook, auch wenn CFO David Ebersman der eigentliche Kopf dieser Unternehmung ist. Der ehemalige Genentech Executive kam 2009 zu Facebook und ist seit jeher mit den Vorbereitungen Facebook an die Börse zu bringen, betraut.
Mark Zuckerberg hält 24 Prozent der Facebook-Anteile. Sollte das Unternehmen tatsächlich eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar erhalten, hieße das für den ehemaligen Harvard-Studenten, dass er für jeden täglichen Nutzer von Facebook 50 Dollar erhielte. Das wäre ein Gesamtgewinn von 25 Milliarden Dollar.