EU fordert niedrigere Roaming-Gebühren

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EU fordert niedrigere Roaming-Gebühren

 

Ein Vorstoß des EU-Parlaments könnte weit geringere Preise bei Auslandstelefonaten mit sich bringen. Der schon 2011 eingebrachte Vorschlag wurde überarbeitet und könnte endlich wegweisend sein für einen europaweiten Fall von Roaming-Gebühren.

 

(01. 02. 2012; 14:30) Das EU-Parlament fordert erneut Preissenkungen bei Roaming-Gebühren. Bereits im Vorjahr wurde von Neelie Kroes ein ähnlicher Entwurf vorgebracht.

Der neu eingebrachte Vorschlag sieht vor, dass ein im Ausland getätigter Anruf pro Minute nur 15 Cents kosten solle und nicht wie im Vergleich bei Neelie Kroes im Vorjahr eingebrachten Entwurf 24 Cents. Derzeit kostet die Minute pro ausgehenden Anruf im Ausland über 35 Cents. Jeder passive Anruf kostet derzeit noch 11 Cents. Inwiefern sich dieser Preis in Zukunft ändern wird, ist nicht bekannt.

Auch Internetgebühren sollen nach diesen Plänen deutlich günstiger werden. Von ehemals 50 Cents pro Megabyte soll in Zukunft nur mehr maximal 20 Cents pro MB verlangt werden dürfen.

Sollte dieser Entwurf durchgesetzt werden, würde dies einen enormen Verlust für Mobilbetreiber bedeuten. Immerhin machen Roaming-Gebühren über fünf Prozent der Verkäufe und knapp sieben Prozent des operativen Ergebnisses aus.

Angelika Niebler, Mitglied des europäischen Parlaments, fordert eine generelle Abschaffung der Roaming-Gebühren im Hinblick auf ein gemeinsames Europa und der Schaffung eines gemeinsamen Marktes.

Man ist bemüht in nächster Zeit einen Konsens zu finden und in den nächsten drei Jahren ein Gesetz zu verabschieden.

Mobilanbieter müssen sich darüber bewusst werden, wie sie den wachsenden Bedürfnissen und Preisvorstellungen ihrer Kunden im Bereich Smartphones, beziehungsweise Tablets entgegen kommen, aber dabei nicht die steigenden Kosten für Investitionen in den Ausbau von Glasfasernetzen und LTE übersehen.

Analysten meinen, dass die Telekom-Industrie diese Veränderungen sicher nicht begrüßen wird, aber sie leicht kompensieren kann. Andere hingegen prophezeien eine Restrukturierung des branchenüblichen Geschäftsmodells, das auch viele Veränderungen für den Endkunden mit sich bringen würde.

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