(Wien, 26.08.2010) Marketing und Research Resources Inc. befragte 1200 User von Kindle, iPad und Sony Reader zu deren Leseverhalten. Gegenüber den 40 Prozent an Mehrlesern, gibt über die Hälfte (58 Prozent) an, die Lesegewohnheiten haben sich seit dem Besitz eines E-Readers nicht verändert. Gerade mal zwei Prozent geben an, sogar weniger zu lesen als in der Zeit von konventionellen Printlektüren.
E-Books für Lesefaule
E-Reader stellen jedoch noch ein Nischenprodukt in Kinderschuhen dar, welches vorrangig noch bei Early Adopters zu finden ist. Die Erwartungen an eine Revolution des Leseverhaltens sind dennoch groß: Eine Umfrage des National Endowment for the Arts brachte 2007 erschreckende Ergebnisse: Über die Hälfte der 18 bis 24jährigen lese keine Bücher mehr – zumindest als Freizeitvertreib.
Demgegenüber sollen bereits Ende September elf Millionen Amerikaner im Besitz eines digitalen Lesegerätes sein, so Forrester Research. Die Verkaufszahlen von E-Books unterstützen die Prognose: Gegenüber vorigen Halbjahr stieg der Anteil von verkauften E-Books auf 183 Prozent.
E-Reader als Ergänzung
Während E-Reader nicht zwangsweise konventionelle Lesegewohnheiten ersetzen, ergänzen sie diese vielmehr. So berichtet Amazon, derzeit größer E-Book-Verkäufer, dass Kindle-Käufer schließlich 3,3 Mal mehr (herkömmliche) Bücher kaufen würden als zuvor.
Ob dieser Aufschwung der Lese(r)-Gewohnheiten anhalten wird, kann noch nicht gesagt werden. Die leichte Transportfähigkeit des elektronischen Lesegerätes gewährt dennoch mehr Chancen und zeitliche Möglichkeiten , die fürs Lesen verwendet werden können, wofür sich herkömmliche Bücher eher als unpraktisch erwiesen haben – beispielsweise auf dem Laufband. E-Reader, eingestellt auf Schriftgröße XXL, lenken dankbarerweise vom Sporttraining ab. Auch unter Pendlern werden BlackBerry und Co von den E-Reader-Newcomern eingeholt: Immer mehr Personen bevorzugen letztere Begleiter für Zug und Bus.
Mystery- und Thriller-Autor Michael Connelly meint gegenüber dem Wall Street Journal, er habe 30 E-Books auf seinem Kindle und dennoch lese er stets auch herkömmliche Bücher, weil er so viele Exemplare von seinem Verlag erhalte.
Die ersten E-Books wurden bereits in den 1990ern herausgegeben. Der Erfolg blieb dennoch aus, besonders bei denjenigen Konsumenten, die es leid waren, auf Computer oder Handy Geschriebenes zu entziffern.
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Fotos: Credit: Amazon
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