(Wien, 11.8.2010) Lange Zeit benutzte ich Suchmaschinen wie Google und Bookmarks für Recherche und private Information. Davor noch, In den 90er Jahren waren die Internet Service Provider wie die EUnet so freundlich eine laufend upgedatete Linkliste auf ihrem eigenen Portal zur Verfügung zu stellen – zum Pizzaservice, zu Medien und was es sonst noch an Interessanten gab.
Die Ergebnisse von Suchmaschinen haben jedoch zwei entscheidende Nachteile:
1. Sie liefern mir Antworten nur auf das, nach dem ich frage.
2. Die Reihung der Ergebnisse erfolgt nach mechanischen Kriterien wie die Zahl der Backlinks (leicht zu beeinflussen) und nach anderen streng geheim gehaltenen Kriterien – und daher nicht unbedingt sinnvolle Ergebnisse.
Das reicht mir nicht mehr. Denn vor allem Punkt 1. ist das schwerste Handicap. Nach absoluten Neuigkeiten kann ich nicht fragen, da ich eben nichts davon weiß.
Es gibt aber bereits wesentlich bessere Suchmaschinen. So da wäre Twitter. Anfang August erreichte ein japanischer Twitterer mit seinem Tweet die 20 Milliarden Marke. Täglich kommen derzeit 25.000 neue User hinzu. Die größten Vorteile an Twitter sind:
1. Die Nachrichten sind wirklich auf das wesentliche eingedampft, denn Twitter erlaubt eben nicht mehr als 140 Zeichen pro Posting.
2. Es ist unglaublich, wie viele Menschen das Netz permanent auf neue, interessante, kuriose oder einfach nur informative Inhalte durchsuchen und sie eben in aller Kürze samt Link in Twitter stellen.
Die richtige Auswahl an Twitterern, denen man folgt, garantiert einen ununterbrochenen Newsstrom. Man braucht nur mal einen zu finden, der das Netz nach den selbst interessieren Thema durchforstet, dann lässt man sich die Leute anzeigen, die sie/er verfolgt, denen selbst folgen und so weiter. Und schon hast du eine perfekte vielköpfige und menschliche Suchmaschine, die für dich das Netz nach interessanten Inhalten durchsucht und deren Inhalt freundlich auf etwa 100 Zeichen plus einer Kurz-URL eindampfen. Und dieses menschliche Heer an Helferleins überwindet auch den größten Nachteil der maschinellen Suchmaschinen – sie liefern Neues, nach dem du selbst gar nie gesucht hättest.
Ähnlich Facebook. Die Zahl der Seiten von interessanten Unternehmen wie McKinsey, Gartner und eine große Zahl von Menschen, die deine Interessen teilen, posten Neuigkeiten in Facebook. Also wieder eine riesige menschliche Suchmaschine.
Facebook hat nur den Nachteil, dass in dem Stream jede Menge Postings auftauchen, die mich nicht interessieren. Etwa Postings wie XY ist der Gruppe beigetreten wie „Mir gefällt dieser Gruppe beizutreten, weil mir sonst nichts sinnloseres einfällt.“ Aber da gibt es Mittel dagegen, wie der Feed Filter. Unter http://www.chocolatesoftware.com/ findet sich so ein Filter, mit dem ich Facebook an meine persönlichen Bedürfnisse anpasse. Damit verberge ich etwa Postings wie „ ist nun befreundet mit ...“, „gefällt eine Seite ...“ oder „ist einer Gruppe beigetreten ....“. Und damit reduziere ich meinen Newsfeed auf das was mich interessiert.
Und auch in Xing gibt es eine Menge Gruppen, die interessante Inhalte am laufenden Band bieten.
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