Die Zukunftspläne von Facebook

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Die Zukunftspläne von Facebook

 
 

Das soziale Netzwerk Facebook geht an die Börse. Für den Umsatz des Unternehmens sind vor allem die Werbung und das Payment-System verantwortlich. In diesen Bereichen soll vermehrt investiert werden um das Netzwerk voranzutreiben und potenzielle Investoren zu überzeugen.

 

(02.02.2012; 10:25) Die Einreichung für den Börsengang von Facebook ist im Moment überall präsent, alle schreiben und reden darüber. Diese Tatsache regt dazu an das Unternehmen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und von so vielen Seiten wie möglich zu betrachteten.

 

Aufmerksamkeit

Auf das soziale Netzwerk greifen monatlich 840 Millionen User zu. Ungefähr die Hälfte mit 480 Millionen ist täglich im Netzwerk anzutreffen, wobei die Nutzung sowohl vom Computer als auch über mobile Geräte erfolgt. Denn 425 Millionen User nutzen Facebook über ihr mobiles Gerät.

 

Die Aufmerksamkeit, die Facebook aufgrund der hohen Nutzerzahlen geschenkt wird, ermöglicht dem sozialen Netzwerk in neue Geschäftsbereiche vorzudringen. Ein solcher Geschäftsbereich sind Spiele. Das Vordringen in diesen Bereich hat vor einigen Jahren begonnen und erfolgte erst nachdem das Unternehmen in den Werbebereich investiert hatte. Aufgrund dieser Nutzerbasis konnte Facebook die Payments im Bereich der Spiele entwickeln und erfolgreich etablieren.

 

Gefahren und Risiken

Ein Börsengang kann sich für ein Unternehmen sowohl negativ als auch positiv auswirken. Die Unternehmen müssen vor der ganzen Welt eine Einschätzung darüber abgegeben, welche Probleme zu einem Fall des Unternehmens führen könnten. Dies gilt selbstverständlich auch für Facebook. Aus diesem Grund hat das Unternehmen 35 Risikofaktoren herausgearbeitet, die Grund für einen Untergang des Unternehmens sein könnten.

 

Die Elemente der Liste stellen Bedrohungen dar mit denen ein jedes soziales Netzwerk im Moment zu kämpfen hat. Auf der einen Seite gibt es die offensichtlichen Effekte, wie der Verlust von Nutzern sowie Anzeigenkunden, andere hingegen sind sehr aufschlussreich und geben zu denken, denn Facebook generiert über seine Plattform direkt keinerlei finanzielle Mittel. Aus diesem Grund könnte es zu Problemen kommen, wenn das Netzwerk wächst, aber die Nutzerzahlen zurückgehen.

 

Eine Liste mit 35 Punkten wirkt auf den ersten Blick sehr umfangreich, doch wenn man sich die Listen von anderen Technik-Unternehmen ansieht, die an die Börse gegangen sind, dann ist diese eigentlich kurz gehalten. Die Risikoliste von LinkedIn umfasste 42 Punkte, die von Zynga 44 und die von Groupon enthielten sogar 55 mögliche Gefahren. Aufgrund einer kürzeren Liste wird Facebook nicht attraktiver für die Investoren, denn nicht die Anzahl, sondern der Inhalt ist in diesem Punkt entscheidend. Neben den potenziellen Gefahren sind für die Investoren auch interessant, welche Zukunftspläne ein Unternehmen hat.

 

Payment-System

Der interessanteste Teil des Facebook-Geschäfts liegt im Bereich der Zahlungen. Dabei handelt es sich um die Art und Weise, wie das Unternehmen Geld aus sozialen Spielen wie FarmVille generiert. Dieser Geschäftsbereich wuchs von 100 Millionen Dollar 2010 auf 500 Millionen Dollar 2011 an, dabei handelt es sich um einen Zuwachs von 500%. Aus diesem Grund ist es nur logisch, dass Facebook versucht, in diesen Bereich weiter Umsätze zu generieren. Eine Integration des Payment-System in weitere Facebook-Spiele wird daher forciert.

 

Es scheint so, als würde das Unternehmen auch daran arbeiten, dieses System in anderen Bereichen zu integrieren. Dies lässt sich an den Zukunftsplänen, die in der Einreichung zum Börsengang enthalten sind, erkennen. Es wird überlegt, das Payment-System auch in anderen Arten von Anwendungen zu verwenden. Um welche Apps es sich dabei handelt, wurde nicht bekanntgegeben, doch das Spektrum für mögliche Einsatzfelder ist groß und reicht von Dating-Apps über Shopping-Apps bis hin zu Nachrichten-Apps.

 

Diese Pläne geben ein umfassendes Bild darüber, wo Facebook in Zukunft hin möchte und dies könnte für potenzielle Investoren ausschlaggebend sein. Mit dem derzeitigen Zahlungssystem erhält Facebook 30% aller Verkäufe von virtuellen Gütern aus Spielen, die im Netzwerk betrieben werden. Der Spieleentwickler Zygna ist für 12% der Facebook-Einnahmen aus diesem Bereich verantwortlich. Das Zahlungssystem ist ein großer Umsatz-Generator für Facebook.

 

Werbung

In der Einreichung für den Börsengang beschreibt Facebook den Werbebereich als den größten Teil seiner Einnahmen. Die Einnahmen aus der Werbung betrugen 2009 98% des Umsatzes, der Anteil ist 2010 auf 95% gesunken und betrug im vergangenen Jahr noch 85%. Verantwortlich für den Rückgang der Werbeumsätze sind die gesteigerten Umsätze aus dem Payment-System.

 

Die Werbeeinnahmen wachsen weiter, doch der Wachstumsanteil ist im Laufe der Zeit gesunken. 2011. Betrug der Wachstumsanteil in diesem Bereich nur noch 69%, konnte er 2010 einen Anstieg von 142% verzeichnen. Verantwortlich für das anhaltende Wachstum in diesem Bereich ist die Zunahme des Traffics im sozialen Netzwerk, denn dies führte dazu, dass 42% mehr Werbeanzeigen gezeigt wurden. Der Preis für diese Werbeanzeigen war dabei um durchschnittlich 18% höher als für Anzeigen im vergangen Jahr. Die Preissteigerung konnte aufgrund bessere Targeting-Funktionen und besserer Anzeigenplatzierungen gerechtfertigt werden.

 

Auch im Bereich der Werbung möchte das Unternehmen mehr investieren um weitere Umsätze genieren zu können. Die Hälfte des Verkehrs auf Facebook wird über Smartphone-Apps erreicht, doch in diesen Anwendungen sind bis jetzt keine Werbeanzeigen vertreten. Diese Tatsache soll sich in Zukunft ändern. Facebook möchte auch in ihren Anwendungen den Unternehmen Werbeanzeigen verkaufen, um mehr Gewinne zu erzielen.

 

Den Gang an die Börse haben schon viele Unternehmen gewagt. Einige dieser Firmen sind gescheitert und andere waren durchaus erfolgreich. Die Zukunft wird zeigen in welche Richtung sich Facebook bewegen wird und ob es ein steiler Flug nach oben oder nach unten wird.

 

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