Die Zukunft von Samsung ist ein eigenes Ökosystem

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Die Zukunft von Samsung ist ein eigenes Ökosystem

 
 

Samsung ist auf den Weltmärkten für TV-Geräte sowie Handys an der Spitze und versucht auch in anderen Bereichen seinen Marktanteil auszubauen. Ein echtes, lebendiges Ökosystem könnte dabei hilfreich sein. Wenn alle Produkte über dieses System miteinander in Verbindung treten können, wird die Entscheidung des Verbrauchers innerhalb einer Markenfamilie zu bleiben, sicher leichter fallen.

 

(12.01.2012: 11:00) In den vergangenen 10 Jahren hatte eine jede Präsentation auf der CES dasselbe Ziel. Dieses Ziel ist es, ein Ökosystem zu schaffen, um das Vertrauen der Verbraucher zu fördern. Jahr für Jahr, Präsentation für Präsentation, wurde gezeigt, wie sich das Smartphone mit einem Kühlschrank oder einem Fernsehen in Zukunft verbinden könnte. In den Augen von TechChrunch sind die Unternehmen bis jetzt an diesem Vorhaben gescheitert.

 

Dies hätte sich mit Samsung und einigen anderen Anbietern geändert, denn diese konnten eine zukunftsweisende Lösung entwickeln. Die meisten Unternehmen haben in den vergangenen Jahren zugesehen, wie Apple die Bedingungen für das Teilen von Medien sowie die Steuerung entwickelt hat. Das System von Apple ist aber auf die Produkte iPod, iTunes, iPad und iMac limitiert.

 

Samsung ist bereits zum 6. Mal in Folge die Nummer eins auf dem Markt für TV-Geräte. So wurden im November vergangenen Jahres zwei Geräte des Unternehmens pro Sekunde verkauft. Eine kleine Minderheit dieser Geräte waren auch SmartTVs. Alle neuen TV-Geräte für 2012 werden interaktive Fernsehgeräte sein. Für den Markt bedeutet das, dass Google oder Apple mit Schwierigkeiten kämpfen werden. Zwei verkaufte TV-Geräte pro Sekunde bedeutet eine bessere Performance-Metrik als die Google-Plattform. Viel wichtiger ist aber, dass Samsung Apple als bedeutende Medienplattform im Wohnzimmer damit überholt hat.

 

Im Bereich der Handy-Verkäufe hat Samsung auch enormen Einfluss, denn im vergangenen Jahr wurden vom Unternehmen mehr als 300 Millionen Geräte verkauft. Bei den verkauften Geräten geht es nicht um das Betriebssystem, sondern darum, dass Samsung Millionen von Geräten an Millionen von Menschen verkauft. Das Unternehmen adaptiert ein jedes Betriebssystem, solange damit Geräte zu den Einzelhändlern gelangen und dort verkauft werden können.

 

Aus diesen Zahlen lassen sich zwei Superlativen ableiten. Samsung ist der größte Handy-Hersteller sowie größter TV-Hersteller auf der Welt. Das Unternehmen verkauft aber auch andere Produkte wie Tablets, Waschmaschinen sowie akzeptable Software. Aufgrund dieser Produktpalette entsteht ein echtes, lebendiges Ökosystem, dass das Unternehmen entsprechend nützen kann. Im kommenden Jahr werden viele Bemühungen gesetzt, um Streaming-Medien nach Hause zu bringen. Doch aufgrund der weiten Produktpalette und der Aufstellung von Samsung wird dieses Unternehmen in diesem Bereich gewinnen.

 

Der Erfolg von Samsung ist keine gesicherte Angelegenheit. Etablierte Unternehmen überleben nur selten eine revolutionäre Welle, die von Apples Design-Team mit einem neuen Produkt ausgelöst wird. Wenn man die Geschichte als Richtlinie nimmt, kann es passieren, dass die harte Arbeit von Samsung vergessen wird, wenn wirklichen ein Apple TV-Gerät auf dem Markt erscheint. Ein Ökosystem, bei dem das Samsung Telefon oder Tablet mit dem Fernseher sowie mit der Aquariumpumpe oder anderen Elementen kommunizieren kann, hilft bei der Entscheidung, welche Unterhaltungselektronik gekauft werden sollte.

 

SmartTVs können als Geräte der Unterhaltungselektronik verstanden werden, die nur selten aktualisiert werden müssen und nicht veraltet sind. Man kauft nicht jedes Jahr ein neues TV-Gerät, sondern nur, wenn sich etwas gravierend in der Technik geändert hat und auch nur dann, wenn man dieses Geräte für notwendig hält. Als Verbraucher lebt man solange mit einem Gerät, bis man sich Filme in HD oder in 3D unbedingt auch daheim ansehen möchte. Aus diesem Grund hat Apple nie ein TV-Gerät entwickelt, denn diese haben nicht den schnellen Ablösezyklus, wie Smartphones oder Tablets.

 

Apple versucht TV-Geräte zu entwickeln, doch die Umsetzung eines entsprechenden Produktes ist im besten Fall schwierig und im schlechtesten Fall nur ein Hobby. Samsung hingegen weiß, wie man TV-Geräte herstellt, besonders, da das Unternehmen das Produkt fast komplett selbst herstellt. Apple muss die Geräteherstellung hingegen outsourcen und hat damit keinen Einflusse auf den Preis, vor allem wenn sie Panels von Samsung kaufen müssen.

 

Apple kann mit anderen Herstellern von Unterhaltungselektronik konkurrieren, dies hat das Unternehmen bis jetzt öfters bewiesen. Im Bereich der TV-Geräte hatten Samsung, Sony und LG viel Zeit um TV-Geräte zu verkaufen. Diese Unternehmen haben gegenüber Apple auch einen gewissen Vorsprung, der aufgeholt werden muss, wenn das Unternehmen auf diesem Markt etwas erreichen möchte.

 

Zwar besitzt Apple selbst ein gutes Ökosystem, doch ist im Vergleich zu Samsung die Produktpalette zu klein, dass es in Zukunft die Entscheidung für Unterhaltungselektronik mit beeinflussen kann. Sollte es Samsung gelingen alle ihre Produkte in einem Ökosystem zu vereinen, hätte das Unternehmen gegenüber der Konkurrenz enorme Vorteile. Besonders wenn man bedenkt, dass dieses Unternehmen bereits zwei wichtige Märkte dominiert, könnten danach andere hinzukommen. Die Zukunft wird zeigen, wie sich ein solches Ökosystem wirklich entwickelt und wie es genutzt wird.

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Reaktionen auf diesen Artikel



IT-Radar, 12.01.2012
Entwicklung eines Ökosystems?
Nicht unbedingt der Umfang der selbstentwickleten Produktpalette scheint in einem Ökosystem entscheidend zu sein, sondern vor allem die Gestaltung der Plattform für das Ökosystem.

Ein interessantes Interview mit dem niederländischen Forscher Slinger Jansen zu genau diesem Thema finden Sie auf www.it-radar.org:

http://www.it-radar.org/serendipity/archives/101-Software-OEkosysteme-Teil-1.html
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