(22.1.2012, 12:53) Schon während der Präsentation durch Apple am 19. Jänner in New York war mit klar, dass Apple damit dem Erziehungssystem nichts Gutes tut. Ich habe auch unmittelbar danach in einem Artikel die Hauptpunkte der Kritik aufgegriffen.
Überrascht war ich dann, als in den nächsten Tagen diese Kritiken über weite Strecken in den Medien geteilt wurden und das selbst in Medien und Blogs, die prononciert Pro-Apple schreiben. Deshalb wollte ich hier einen Pressespiegel zusammenstellen. Heute in der Früh fand ich aber einen noch ausführlicheren von Sascha Pallenberg in netbooknews.de, auf den ich nun gerne verweise.
Die Kritikpunkte drehen sich vor allem um vier Themen. Der iBooks Author für den Mac ist kostenlos und enthält als Nutzungsbedingung, dass alles damit produzierte, nur über den Apple iBook Store verkauft werden darf. Damit schränkt Apple massiv die Rechte der Autoren ein.
Der zweite Punkt ist, dass Apple sich zwar an den ePUB 3 Standard anlehnt, ihn aber durch Modifikationen so proprietär macht, dass die Resultate der Arbeit mit dem iBooks Author auf keiner anderen Plattform laufen. Und das schadet natürlich einem offenen Bildungswesen.
Der dritte Punkt ist, dass Apple die Macht hat, Werke für den iBook Store anzunehmen oder abzulehnen. Es kann nicht sein, dass über die Inhalte von Forschung und Lehre eine Firma wie Apple bestimmen kann. Das ist zumindest in europäischen Ländern rechtswidrig.
Und der vierte Punkte ist natürlich, dass Apple offensichtlich daher keinerlei Interesse an der Förderung des Bildungssystems hat, sondern nur an den eigenen Gewinnen und die ganze Geschichte nur unternimmt um möglichst viele iPads zu verkaufen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die internationalen Kommentare zu dem als „Steve Jobs Vision“ für das Bildungssystem gehypten Event und Produkten schlicht und einfach vernichtend sind. Andere Unternehmen der Technologiebranche bieten seit Jahren und Jahrzehnten den Bildungseinrichtungen besondere Programme und Rabatte. Apple ließ nicht derartiges bei seinem „Bildungs“-Event verlauten.
( )© Telekom-Presse
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