(Wien, 27.08.2010) Seit im Mai die vier Burschen mit ihrem ehrgeizigen Plan, dem Netzwerk-Koloss Facebook eine Open-Source-Variante gegenüber zu stellen, auf der Bildfläche erschienen, hörte man kaum Neues. Doch nun macht eine Ankündigung die Runde, dass Diaspora Mitte September freigegeben wird. Auf einer frisch gelaunchten Website richten sie sich mit "Dear Internet" an die wartende Netzwerkgemeinde.
Problem mit UI
Der Medienrummel und daraus resultierende finanzielle Unterstützung haben den Jungs ermöglicht, mit Designergrößen wie Janice Frasier und Pivotal Labs zusammen zu arbeiten. Obwohl sie diverse Probleme mit User Interface hatten – und einige Features löschen mussten – zeigen sie sich optimistisch. Geplante Plugins und APIs werden derzeit ad acta gelegt, um "einfache und sehr wertvolle Features" zu realisieren. Das Interesse für das Open-Soure-Netzwerk steigt und wir warten gespannt ab, was am Ende dabei herausschaut. Der Open-Source-Faktor ist auch genau der Vorteil, der erfahrungsgemäß eine enorme Dynamik entfalten kann. Natürlich kann das Projekt genauso gut nach hinten losgehen.
Kollegen getrennt von Stammtischkumpels
Angesichts der Datenschutz-Debatte bei Facebook trifft Diaspora den richtigen Nerv, indem es dem User überlässt, zu entscheiden, welche Informationen er mit seinen Kollegen und welche mit seinen Trink-Kumpels teilt. Nett, sehr nett. Dann steht ja dem Adden des Chefs nichts mehr im Wege.
Genau beobachten
Facebook wird jedenfalls bestimmt ganz genau observieren, wie es mit Diaspora weitergeht und vor allem darauf, wie die User reagieren und die Medien darüber berichten. Obwohl nicht mit einem abrupten Mitgliederschwund auf Facebook zu rechnen ist – zu etabliert ist der Netzwerkriese inzwischen. Schließlich treibt es 500 Millionen Menschen rund um den Erdball für Chats, Recherche, Foto-Uploads oder die Freunderlsuche auf ihr Facebook-Profil.
Nicht zuletzt ist es eine emotionale Verknüpfung, die das Soziale Netzwerk zu seinen Mitgliedern aufgebaut hat. Hat man am Ende das Gefühl, einen guten Freund zu verlieren – gäbe es Facebook plötzlich nicht mehr?
Auf der anderen Seite – wer hätte in der Vergangenheit vermutet, dass eine Online-Enzyklopädie aus Freiwilligen eine Institution wie den Brockhaus ins Wanken bringt?
© Telekom-Presse
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Fotos: Fotocredit: Diaspora
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