(Wien, 28.1.2010) Die gestrige Präsentation des iPad durch Steve Jobs brachte wenig Überraschendes. Nach dem Erfolg des iPhone war es ein logischer Schritt das Gerät zu vergrößern und es zwischen Notebook und Handy zu positionieren. Obwohl bisher alle Versuche fehlgeschlagen sind Tablet-PCs zum Durchbruch zu verhelfen, wird das iPad höchstwahrscheinlich ein Erfolg, genauso wie die diversen eBooks.
Aber weit interessanter als die Hardware – die übrigens in der sinnvollen 64 GB und UMTS Version mit einem Preis von 829 Dollar nicht mehr ganz billig ist – ist das Geschäftsmodell für Add ons. Apple hat sich für iPod, iPhone und jetzt iPad eine kontinuierliche Einnahmequelle erschlossen. Microsoft musste wegen der offenen PC-Architektur erst alle anderen weg konkurrenzieren. Applikationen und Inhalte für iPod, iPhone und iPad gibt’s aber nur via iTunes von Apple. Und wenn man eine SIM-Karte im Gerät hat, verdient Apple noch an den Downloads zusätzlich mit – den Obulus müssen die Mobilfunker abliefern. Obwohl zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht klar ist, ob der Vertrieb des UMTS-Gerätes wieder exklusiv über Mobilfunk-Partner erfolgen wird und es angeblich auch "offene" Geräte geben soll, darf man wohl davon ausgehen, dass das iPhone-Marketingmodell gewählt wird.
Für das iPad stehen also die 11 Millionen Musiktitel in iTunes zur Verfügung, fast alle der 140.000 Anwendungen im Appstore laufen weiterhin und dazu kommen jetzt noch 50.000 TV-Clips und 8.000 Filme, davon 2.000 in HD-Qualität. Neu ist der iBookStore, wie es in der englischen Presseaussendung heißt „the best way to browse, buy and read books“. Wobei sich das „buy“ natürlich wieder für Apple positiv auswirken wird. Damit hat Apple auch Amazon den Kampf um die Kunden angesagt.
Neue Monopole
Was passiert ist offensichtlich: Es entsteht ein neues Monopol. Microsoft hat ein Quasi-Monopol im PC-Software-Markt, Google im Internet und Apple baut sich gerade ein neues Monopol im Medienmarkt rund um seine eigenen Geräte. Das Clevere daran: Es garantiert laufenden Umsatz solange die Benutzer die Geräte verwenden.
Die Auswirkungen auf verschiedene Kreativ-Industrien werden noch spannend. Das CD-Geschäft wurde von iPod und iTunes in eine Abwärtsspirale geschickt. Als nächstes sind die Filmindustrie und die Buchverlage an der Reihe, bzw. möglicherweise auch der ganze Medienmarkt. Wir lesen die Tageszeitung am iPad und Apple verdient daran – zehn Cent für die Zeitung und 0,1 Cent für den Download. Cooles Geschäftsmodell.
iTampon
Allerdings sorgte Apple mit dem neuen Namen auch für einige Heiterkeit, denn es gibt in den USA ein Tampon mit dem gleichen Namen. In den diversen Social Media Plattformen wurde gleich nach dem Bekanntwerden des Namens heftig getwittert und gefacebookt. Ein neuer Name machte dabei das Rennen an die Spitze - das iTampon. Die Frage, die sich erhebt: War das ein Lapsus von Apple die Namensgleichheit zu übersehen, oder ein beabsichtigter, zusätzlicher Marketinggag.
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