CeBit: Im Zeichen der Cloud

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CeBIT: Im Zeichen der Cloud

 
 

Die weltweit größte Tech-Messe öffnet zwischen 1. und 5. März 2011 in Hannover ihre Pforten. Im Fokus stehen als Megatrend Cloud-Dienste, die aber auch große Sicherheitsbedenken umgeben. In Form von versehentlich heruntergeladener Malware beispielsweise.

(28.02.2011, 12:30) Cloud Computing boomt mit hohen zweistelligen Wachstumsraten. „Cloud Computing ist der Megatrend im Hightech-Sektor. Er wird die ITK-Branche tiefgreifend verändern“, sagte Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer kurz vor Beginn der CeBIT http://www.cebit.de/ in Hannover. Die weltweit größte Technologiemesse wird am Montagabend mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan offiziell eröffnet. Die Türkei ist in diesem Jahr Partnerland der CeBIT. In diesem Jahr hofft der Bitkom auf über 300.000 Besucher.

 

Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Work and Life with the Cloud“. Beim Cloud Computing werden IT-Leistungen in Echtzeit über Datennetze (aus der „Wolke“) bereitgestellt, statt auf lokalen Rechnern. Das Angebot reicht vom Versand von Nachrichten über einen webbasierten E-Mail-Dienst über einfache Speichermöglichkeiten für Fotos und Filme im Web bis zu hochkomplexen Anwendungen für Unternehmen. Viele CeBIT-Aussteller haben das Thema in den Mittelpunkt ihres Messeauftritts gestellt.

 

Wachstumsprognose für 2012 bei 51 Prozent

Der Cloud-Umsatz mit Geschäftskunden und Privatverbrauchern wird in diesem Jahr um rund 55 Prozent auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro steigen. Bis 2015 wird der Cloud-Markt auf 13 Milliarden Euro zulegen. Dann werden etwa 10 Prozent der gesamten IT-Ausgaben in Deutschland auf diese Technologie entfallen. Im vergangenen Jahr waren es nur 1,5 Prozent. Das Wachstum ist durchgängig zweistellig und soll auch 2012 noch bei 51 Prozent liegen. Das ergab eine aktuelle Studie der Experton Group, die der Bitkom anlässlich der Messeeröffnung vorstellte. Die Nachfrage kommt etwa hälftig von Geschäftskunden und Privatverbrauchern.

 

1,9 Milliarden Umsatz entfallen derzeit auf den Geschäftskundenbereich, die Wachstumsraten liegen laut Experton-Studie in diesem Segment aktuell bei 70 Prozent. Bis 2015 sollen sich die Cloud-Umsätze im Business-Sektor auf 8,2 Milliarden Euro vervierfachen. Der größte Umsatzbringer im B2B-Segment ist Software-as-a-Service, also das Bereitstellen von Programmen übers Netz je nach Bedarf des Kunden. Cloud-Angebote sind auch deshalb attraktiv, weil sie standardisiert sind und nutzungsabhängig abgerechnet werden können. „Der Bezug von Diensten aus der Cloud ist ein Schritt zum atmenden Unternehmen: Anwender werden flexibler, können schneller wachsen und ihre Ideen kostengünstig umsetzen“, sagte Scheer.

 

Cloud-Umsätze mit Privatkunden werden auf 6 Mrd. klettern

Privatverbraucher geben derzeit 1,6 Milliarden Euro für Cloud Computing aus. Jeder fünfte Internet-Nutzer in Deutschland nimmt bereits kostenpflichtige Cloud-Dienste in Anspruch. Dazu gehören beispielsweise Speichermöglichkeiten im Netz, kostenpflichtige Leistungen sozialer Netzwerke oder bestimmte Online- bzw. Browserspiele. In fünf Jahren wird fast jeder zweite (45 Prozent) Internetnutzer kostenpflichtige Dienste aus der Cloud beziehen. Die Umsätze mit Privatkunden werden bis dahin auf über 6 Milliarden Euro klettern.

 

Laut einer Bitkom-Umfrage speichert derzeit jeder dritte User private Daten in der Cloud oder pflegt dort seinen Terminkalender bzw. sein Adressbuch. „Bei Cloud-Diensten können Verbraucher mit unterschiedlichen Endgeräten auf die gleichen Daten zugreifen. In der Cloud sind die Daten sicher, eine aufwändige Synchronisation entfällt“, so Scheer. Allerdings kennt nur jeder achte Internet-Nutzer den Begriff. „Viele Menschen nutzen Cloud Computing, doch kaum einer weiß es“, sagte Scheer.

 

„Cloud Computing ist in der Startphase und hebt jetzt richtig ab“

Für viele CeBIT-Aussteller hat die Cloud-Technologie eine herausragende Bedeutung. Rund 62 Prozent der befragten Unternehmen Cloud Computing als das Top-Thema des Jahres. Im Vorjahr stand das Thema ebenfalls an der Spitze, wurde aber nur von 45 Prozent der Firmen genannt. Die neue Technologie stellt die Anbieter vor große Herausforderungen. Viele IT-Leistungen, die bislang individuell für einzelne Kunden gefertigt wurden, werden künftig in standardisierter Form über das Netz angeboten. Hierzu brauchen die Anbieter neue Lizenzierungs- und Abrechnungsmodelle. „Cloud Computing ist zwar nur eine Evolution in der Technologie, aber eine Revolution im Business“, sagte Scheer. Diese neue Form zur Erbringung von IT-Leistungen werde Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig verändern.

 

„Die CeBIT stellt das Thema genau zum richtigen Zeitpunkt in den Mittelpunkt“, sagte Scheer. „Der Markt ist derzeit in der Startphase und hebt jetzt richtig ab.“

 

Durch den mobilen Zugriff auf Cloud Computing Services müssen die Sicherheitsvorkehrungen der Provider gewährleistet sein. Bei jedem Software Download sollten sich Nutzer von Android betriebenen Smartphones vergewissern, ob die Softwareprogramme sicher sind. Malware, die versehentlich heruntergeladen wird und Zugangsdaten ausspioniert, liefert jede Menge Gefahren für alle Cloud-Dienste. Auf der CeBIT werden Unternehmen ihre Projekte, darunter MimoSecco, präsentieren, die Datensicherheit in der Wolke für Geschäfts- und Privatanwender garantieren sollen.

 

Zentraler Anlaufpunkt auf der Messe ist die „Cloud Computing World“ des Bitkom in Halle 4 (Stand A58).
 

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