(27.12.2011; 10:45) Apps haben die Welt erobert. Wer Zweifel an dieser Erkenntnis hat, der soll bedenken, dass in 123 Ländern der Welt iPhones gekauft werden können und Android-Geräte verfügen über eine ähnliche Verbreitung. Es lässt sich schlussfolgern, dass überall, wo man ein Smartphone kaufen kann, man auch Zugang zu Apps erhält. Anwendungen sind heute so global, wie das Web selbst.
Im Vergleich zu Apps sind andere Medien wie Bücher, Musik oder Filme in ihrer Verbreitung auf digitalen Geräten stark eingeschränkt. Zur Veranschaulichung einen Zugang zu Musik über iTunes erhält man in nur 51 Ländern, ebenso kann man TV-Shows über diesen Store nur in 6 Ländern konsumieren. Zugang zu Apps über iTunes erhält man hingegen in 72 Ländern, diese sind vor allem aufgrund der einfacheren Lizensierung weiter verbreitet.
Die traditionelle Medien-Industrie ist in ihrer Lizensierung restriktiver, dies trifft vor allem auf TV-Shows und Filme zu. Diesen Medien werden viele verschiedene obskure Regeln für ihre Verfügbarkeit auf unterschiedlichen Vertriebskanälen, wie Theater, DVDs, Kabelanschluss, Internet-Streaming, auferlegt. Betrachtet man die derzeitige Entwicklung von Video- sowie Musik-Zugang über iTunes oder dem Internet im Generellen muss noch ein langer Weg beschritten werden bis ein globaler Markt für digitale Medien auf sinnvolle Weise etabliert wurde.
Nicht ausgeklammert werden darf, dass bereits ein globaler Markt für digitale Medien existiert. Auf diesem Markt werden digitale Güter in Form von Apps angeboten und diese repräsentieren die Zukunft der Medien. Anwendungen konkurrieren mit anderen Medien, wie dem Fernsehen, Büchern oder Musik um die Aufmerksamkeit sowie die Zeit der User.
Laut TechCrunch lässt sich erstes Anzeichen feststellen nach denen "Software die Medien auffrisst", besonders im Bereich der Bücher lässt sich dies erkennen. Einige der interessantesten Bücher auf dem iPad sind nicht nur als iBooks oder Kindle-Editionen zugänglich, sondern stellen vollwertige Anwendungen dar. Die besten Kinder-Bücher für das iPad sind ausgewachsene Apps. Ein perfektes Beispiel ist das Tim und Struppi Kunstbuch fürs iPad, diese basiert auf dem neuen Animationsfilm und enthält 3D-Modelle, immersive 360 Grad Zimmer und andere Funktionen.
Musik und Filme ermöglichen im Regelfall eine passive Erfahrung, doch durch Anwendungen werden diese mit neuen Funktionen versehen. Die Grenze zwischen Software und Medien kann nicht mehr so leicht gezogen werden, weil Anwendung die traditionellen Medien vermehrt integrieren. Diese Entwicklung lässt sich zuerst auf der Entwicklerseite erkennen, denn es werden heutzutage Songs, Videos oder Filme mit dem iPhone erstellt. So wurde zum Beispiel ein Teil des Films The Avengers mit dem iPhone gedreht. Ebenso werden immer mehr Apps mit Video- sowie Musik-Features ausgestattet.
Die Weise, wie Medien konsumiert werden, wird sich in Zukunft von dem heutigen Sit-Back-Modus sehr unterscheiden. Bis zu diesem Entwicklungsstand müssen noch viele inkrementelle Schritte getätigt werden, trotzdem sind erste Anzeichen bereits erkennbar. Man muss sich nur die derzeit zugänglich Apps ansehen und was diese dem User bieten, wie ein ganzes Album über Spotify zu konsumieren oder Netflix Filme auf dem iPad ansehen. In diesen Fällen wird nicht der Original-Datenträger transformiert, also der Song oder der Film, sondern die Erfahrung rund um den Konsum verändert. Medienentdeckungen werden immer sozialer und algorithmischer.
Ein Lied oder eine TV-Show wird ein Hit, weil diese von Millionen von Menschen auf Facebook und Twitter geteilt wird und nicht weil Millionen von Dollar für Radio- oder TV-Werbung ausgegeben wurde. Diese Anwendungen werden durch soziale
sowie algorithmische Empfehlungen bestimmen, was die User konsumieren wollen. Diese Anwendungen werden einen starken Einfluss auf das Konsumverhalten der User haben. Der Einfluss wird nicht nur bestimmen, was wir sehen, hören oder lesen wollen, sondern auch wie wir das jeweilige Produkt konsumieren wollen.
Die Apps werden mit sozialen und anderen Filtern ausgestattet sein, die dem User dabei helfen Medien zu finden. Neben der Filterfunktion werden Anwendungen auch die Verbreitungskanäle darstellen mit denen diese Medien konsumiert werden. Apps werden immer mehr zum zentralen Punkt an dem Medienkonsum stattfindet. Medienunternehmen können diese Entwicklung auf eigene Gefahr bekämpfen oder ignorieren. Anwendungen sind in ersten Ansätzen die Medien von Morgen schon heute.
Wobei noch anzumerken ist, dass Apps hier auch synonym für Wab-Applikationen vverwendet wurde.
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Suchbegriffe: Apps, die Zukunft der Medienlandschaft?